Fünfte Fachtagung Pfadfinden 2018

von Philipp Lehar, LBI Tirol am 29.03.2017
Die kommende Fachtagung Pfadfinden (13.-15.4.2018) wird versuchen, die Kräfte zu ergründen, die Jugendgemeinschaften zusammenhält. Welche Geschichten, welche Rituale und Traditionen machen diese Kräfte aus? Wie können Gesetz und Versprechen die Zugehörigkeit über Jahre, Jahrzehnte, ja ein ganzes Leben lang erhalten? Warum sind klare moralische Bezugspunkte über alle Altersstufen vom Kind bis zum jungen Erwachsenen so attraktiv? Auf der Tagung wollen wir Antworten finden, erarbeiten und diskutieren!
Fünfte Fachtagung Pfadfinden 2018

Ein erster Themenblock wird die Spannung zwischen der Pfadfinderbewegung und den modernen Jugendkulturen in den Blick nehmen. Was unterscheidet "Feuer und Kreis" von einem Hippie, Punk, Technofan oder Rapper. Magie und Kommerzialisierung. Gemeinsames und Trennendes. Der Übergang zum zweiten Themenblock folgt den Fragen: Was hieß anfangs "Gesetz" und "Versprechen", was heißt es heute (in den unterschiedlichen Bünden, BdP, VCP, DPSG, DPV und andere). Welches Verständnis tragen die pädagogischen Leitideen der Stufenpädagogik, was unterscheidet sie von der schulischen Erziehung? Dieser Block wird in vier Workshops erschlossen.

Im Zentrum werden die pädagogischen Konzepte, die Praxis der Stufenpädagogik und der gegenwärtige Stand stehen. Gleichzeitig soll der Bezugspunkt "Das Dschungelbuch" für die gegenwärtige Bedeutung geprüft werden. So werden sich Workshops mit der Stufenpädagogik der Wölflinge und mit der Stufenpädagogik der Jung- und PfadfinderInnen beschäftigen. Dabei wird zwingend die Vorverlagerung der Adoleszenz (8/9 – 17/18 Jahre) einbezogen. Ein weiterer Workshop wird die Geschichte und Bedeutung der Projektmethode (John Dewey und andere) in den Blick nehmen, weil sie (Bünde übergreifend) für die Roverstufe maßgeblich geworden ist. Den Reigen abschließend soll in dem fünften Workshop ein Projekt der Roverstufe vorgestellt werden.

Nach der Präsentation der Ergebnisse aus den Workshops im Plenum wird am Samstagabend vor dem großen Buffet der Bogen zum Hauptthema geschlossen: PfadfinderInnen und Jugendkulturen – Kreativer Pool für Entwicklung und Fortschritt oder Mode als Beschleuniger der Ökonomie? Am Sonntag soll der Fokus erneut auf einen historischen Rückblick konzentriert werden. Den Anregungen der TeilnehmerInnen der Fachtagung 2016 folgend, werden wir (in Auswahl) die Gründerfrauen der Pfadfinderinnen in Deutschland in den Blick nehmen, so Elise von Hopffgarten (1869 – 1937 (?)), die 1912/13 das Pfadfinderbuch für Mädchen herausgebracht hat und Katharina "Erda" Hertwig (1878 – 1953), MdL Preußen bis 1932 und Bundesvorsitzende der deutschen Pfadfinderinnen. Abgeschlossen wird der Teil durch Porträts und Berichte von und über bedeutende Pfadfinderinnen nach 1945, die wir auch als Zeitzeugen einzuladen uns bemühen.

Eckdaten:

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Wilfried Breyvogel aus Essen und Prof. Dr. Helmut Bremer, beide Universität Duisburg-Essen (UED)

Datum und Veranstaltungsort: 13.-18.4.2018 in der Katholischen Akademie Mülheim/Ruhr "Die Wolfsburg" in Deutschland

Veranstalter: "Kooperation Fachtagung Pfadfinden" durch Team Fachtagung (Martin Lochter)

Anmeldungen / Vormerkungen zur Tagung formlos per E-Mail an: Info Fachtagung Pfadfinden Weitere Infos im Internet unter: Fachtagung-Pfadfinden