Leben aus dem Glauben

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Einleitung

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Wenn die WiWö durch die Welt streifen, liegt Spiritualität in der Luft!

Sie staunen über die Punkte auf dem Rücken des Marienkäfers, wundern sich wohin das Meer geht und fragen, warum Marcels Opa nicht mehr aufwacht. Sie haben Bauchweh, weil sie jemanden vermissen, anderes Bauchweh, wenn es donnert und nochmal anderes, wenn sie aufgeregt sind. Sie streiten miteinander, prügeln sich, lachen dann doch wieder oder sind beleidigt. So testen sie immer wieder, ob die Regeln des Zusammenlebens noch immer gelten. Sie probieren ständig Neues aus, manches gelingt gut, oft müssen sie sich anstrengen. Sie lernen nachzugeben, zurückzustecken, mit ihren Gefühlen umzugehen ... sie leben.

Im WiWö-Alter betreten die Kinder geistig eine völlig neue Welt, die Welt der "Abstraktion". (Die Vorstellungskraft entwickelt sich und macht sie unabhängig von der konkreten, sinnlichen Anschauung.) Alles was erfahren wird, wird hinterfragt und auch die Vorstellungen über ein höheres Wesen müssen sich entwickeln. WiWö haben dabei oft einen wesentlich unbeschwerteren und natürlicheren Zugang zum Glauben als wir Erwachsene.

Du kannst nicht für das Kind glauben, aber ihm helfen seinen eigenen Weg zum Glauben zu finden.

Glaube ist etwas Lebendiges, darum können wir ihn nicht so einfach weitergeben, wie wir eine Geheimschrift erklären. Glaube ist immer geprägt vom Leben und den Erfahrungen des Menschen, der glaubt. Nicht erst dann, wenn ausdrücklich von Jesus, Allah oder Buddha gesprochen wird geschieht religiöse Erziehung, sondern der Boden der "Einladung zum Glauben" ist der Alltag, das tägliche Miteinander. Dabei geht es nicht darum, ein bestimmtes religiöses Bekenntnis zu vermitteln, sondern eine Grundhaltung der Achtung, der Wertschätzung, der Toleranz, der Güte und Gnade, des Verzeihens und Vertrauens, kurz der Liebe.

Im WiWö-Alter orientieren sich Kinder besonders stark an Regeln und Normen, suchen diese immer wieder und fordern sie heraus. Gut wäre es, Kindern zu sagen, was richtig ist, woran sie sich halten können und sollen, und dass Gott ihre Bemühungen sieht, sich an diese Regeln zu halten, sie ermuntert, ihnen hilft, sie stark macht.

Das Leben ist voller Gelegenheiten.

Die Welt ist voller Wunder. Man muss nur die Augen offenhalten und sie erkennen. Oftmals lassen ein schöner Stein, ein buntes Blatt, der Nebel oder ein Spinnennetz Spiritualität erahnen. Dann ist es nicht ganz so schwer als WiWö-FührerIn spirituelle/r SinndeuterIn zu sein. Und nicht selten sind es die WiWö, die einen darauf aufmerksam machen. Eine weitere Möglichkeit Kindern Zugänge zum Glauben zu erschließen sind religiöse Orte, Wegkreuze, die eigene Kirche, ein schöner Fleck im Wald, im Park, oder Orte an denen bestimmte Dinge von religiöser Bedeutung passiert sind. Eingepackt in eine schöne Geschichte oder ein spannendes Spiel können sich die WiWö in die besondere Bedeutung des Ortes hineinversetzen und verstehen, was den Ort zu dem macht, was er ist. Dasselbe gilt für religiöse Zeichen und Symbole. Wenn Kinder verstehen, welchen Sinn das Ewige Licht hat, wenn sie die Geschichte des Kreuzzeichens kennen und wissen, was mit dem Wort Amen gemeint ist, dann erschließt sich ihnen oft ein Gespür für das Besondere. Fehlt ihnen das Wissen ist es klar, dass Weihwasser prima zum Plantschen und Spritzen geeignet ist und sich aus Gebetstexten schöne Papierflieger falten lassen. Andere Zugänge sind bestimmte Zeiten im Jahr: Advent, Weihnachten, Ostern, Allerheiligen,... bieten Gelegenheiten und Möglichkeiten genug, um gemeinsam Glauben zu erleben und zu feiern. Und schließlich leben wir in einer Gemeinschaft, eine Tatsache, die ständig Anlass zu Auseinandersetzungen bietet, sei es, weil wir etwas besonders Schönes gemeinsam erlebt haben, sei es, dass sich zwei streiten, jemand Heimweh oder Angst hat oder ein Kind berührende Dinge erzählt.

Auch Religion muss erwachsen werden!

Ich bin geborgen

Die Erfahrung "Da ist jemand, der mich gern hat, der mich liebt" ist eine Voraussetzung, um leben zu können. Dieses Grundvertrauen wird bereits im ersten Lebensjahr aufgebaut und weiter gestärkt durch die Sicherheit der Beziehungen, in der das Kind aufwächst. Erst, wenn es eine Ahnung hat, dass wir Menschen in unseren Beziehungen untereinander umso verläßlicher werden, je mehr wir, wie Gott, die anderen bejahen, wird es auch die Geborgenheit Gottes als Annahme und nicht nur als Schutz verstehen können.

Ich freue mich

Du kennst die ansteckende Begeisterung von Kindern - da kann man die Lebenslust wirklich spüren. Gott freut sich, wenn wir uns freuen. Er freut sich auch, wenn wir einander Freude bereiten. Das trifft sich ganz gut mit unserer WiWö-Arbeit.

Ich mag dich

Wenn Gott die Einhaltung seiner Vorschriften belohnen, und die Übertretungen bestrafen würde, wäre er keiner, der alle bedingungslos liebt. Die Hinwendung zum Anderen soll für die WiWö keine Erfüllung einer Vorschrift sein, für die sie gelobt werden. Wichtig ist, dass die Kinder lernen, sich in andere hineinzuversetzen, am Leben, an Freude und am Leid anderer teilzunehmen und mit sozialen Verhaltensweisen vertraut zu werden.

Ich kann es

Die Freude eines Kindes an neu erlernten Fähigkeiten kann überschwenglich sein. Durch die Erfahrung des "Ich kann es" steigt das Selbstwertgefühl. Zu diesem Bereich gehört auch die Erfahrung, Beziehungen mit den Mitmenschen zu gestalten und nicht immer im Mittelpunkt zu stehen. Nur ein Kind, das sich sicher ist, dass seine Bedürfnisse dann nicht zu kurz kommen, kann dieses soziale Verhalten zeigen. "Auch wenn etwas nicht gleich gelingt, ich fange wieder von vorne an und bitte Gott mir dabei zu helfen".


Weg zum 1. Stern

B032fkb.jpg Ich weiß, wie besondere Freunde Gottes gelebt haben.

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Elisabeth von Thüringen

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war eine ungarische Königstochter. Sie war erst vier Jahre alt, als sie ganz ohne ihre Eltern nach Thüringen reisen musste. Dort sollte sie erzogen werden und später den ältesten Sohn des Landgrafen von Thüringen heiraten.

Sie lebte nun auf der Wartburg, dem Schloß des Landgrafen von Thüringen und war am Anfang sicher sehr, sehr traurig. Als dieser älteste Sohn starb, wurde sie mit dem jüngeren verlobt, der Ludwig hieß. Ob sie das auch wollten, wurden sie sicherlich nie gefragt. Doch als Elisabeth und Ludwig ein wenig älter waren, hatten sie einander sehr lieb. Als die beiden heirateten, war Ludwig von Thüringen 22 Jahre und Elisabeth 15 Jahre alt. Und so wurde aus der ungarischen Königstochter die Landgräfin Elisabeth von Thüringen.

Natürlich musste eine Landgräfin nie selbst kochen, nähen oder gar putzen. Sie hatte sehr viele Diener und Dienerinnen, die alle Hausarbeit für sie erledigten. Nicht einmal waschen, ankleiden oder frisieren durfte sie sich ohne der Hilfe ihrer DienerInnen. Ihre vielen schönen Kleider mussten mühsam mit der Hand genäht werden und sie besaß kostbaren Schmuck. Bei den armen Leuten war das natürlich ganz anders. Zum Essen hatten sie höchstens Kohl und Rüben. Kartoffel gab es damals nur in Amerika, aber dieser Kontinent wurde von den Europäern erst viel später entdeckt. Als Kleider dienten irgendwelche Fetzen. Wenn es kalt wurde, mussten auch Fetzen die Füße vor dem Erfrieren retten, denn Schuhe konnten sich arme Leute nicht leisten. Und so waren viele Leute krank und starben sehr jung.

Die junge Königstochter dachte, dass das nicht gerecht war, denn vor Gott sind ja alle Menschen gleich. Und weil sie eine fröhliche und mutige Frau war und gegen diese Ungerechtigkeit kämpfen wollte, begann sie, Kleider und Essen zu verschenken, Kranke zu pflegen und sogar Aussätzige zu berühren und mit ihnen zu sprechen.

Damals wurden Menschen, die eine ansteckende Krankheit mit Namen Lepra hatten, vertrieben und in einsame Gegenden oder Häuser, die ganz von der Welt abgeschieden waren, ausgesetzt. Darum hießen sie Aussätzige. Auch heute gibt es noch leprakranke Menschen, die arm sind - so arm, dass sie in Fetzenhütten oder auf Müllbergen wohnen, Abfälle essen und sich nicht reinigen können. Und auch heute noch werden sie ausgesetzt – in einsame Gegenden oder Häuser – aber heute können sie geheilt werden und sehr oft gelingt das sogar. Ein leprakranker Mensch hat entweder viele häßliche und schmerzhafte Geschwüre oder faulende Finger oder Zehen, die dann einfach abfallen. Du kannst dir sicherlich vorstellen, wie groß die Angst der gesunden Menschen war und ist, sich anzustecken und dann genauso krank zu werden. Vor allem, da früher niemand wusste, dass die Ansteckung nur dann möglich war, wenn die offenen Wunden berührt wurden!

Verstehst du nun, wie mutig die Landgräfin Elisabeth von Thüringen war, Aussätzige nicht nur mit Kleidung und Essen zu versorgen sondern auch zu pflegen? Aber sie war noch mutiger, denn sie wurde wegen ihres Tuns verspottet und verhöhnt und manche ehemaligen Freunde und Freundinnen wollten gar nicht mehr mit ihr sprechen. Da aber der Landgraf seine Frau liebte und sie beschützte, wagte niemand, gegen diese "verrückte" Königstochter etwas zu unternehmen. Doch dann starb ihr Mann und niemand war mehr da, der zu ihr stand. Und so wurde Elisabeth mit ihren drei kleinen Kindern aus der Wartburg vertrieben. Natürlich hätte sie im Schloß bleiben können, hätte sie darauf verzichtet, für ein besseres Leben der Armen und Kranken zu kämpfen. Aber das wollte sie nicht – und so wurde sie verfolgt, verspottet und sogar eingesperrt. Weil aber Elisabeth so mutig und stark war, ließ sie sich von niemandem davon abhalten, das zu tun, was sie unbedingt wollte und was ihr so wichtig war: Für ein wenig Gerechtigkeit zu sorgen und das schwere Leben der Armen und Geächteten zu erleichtern. Und so verrichtete sie alle Arbeiten selbst, gründete ein Krankenhaus, pflegte die Kranken und spendete ihnen Trost und lebte selbst in großer Armut, denn alles, was sie hatte, verschenkte sie. Was aber sollte sie mit ihren drei kleinen Kindern tun – die ja auch die Kinder ihres geliebten Landgrafen Ludwig waren – sollte sie sie überall hin mitnehmen, sie dem Hunger und der Kälte aussetzen? Elisabeth glaubte, dazu kein Recht zu haben und gab sie in die Obhut eines Klosters. Sie selbst war auch erst 4 Jahre alt, als sie von ihren Eltern fortkam – in die Obhut der Familie des Landgrafen. Der jungen Elisabeth ist diese Entscheidung sicher schwer gefallen. Vielleicht aber hat sie gewußt, dass sie schon krank war und bald sterben würde - was wäre dann mit ihren Kindern passiert? Denn Elisabeth von Thüringen war erst 24 Jahre alt, als sie starb.

Von Elisabeth von Thüringen handeln viele Legenden. Eine davon will ich dir erzählen:

Das Rosenwunder

Eines Tages ging sie mit einem Korb voll Essen zu den Armen. Ihr Mann Ludwig war zu dieser Zeit weit weg in Italien und konnte sie nicht mehr beschützen. Elisabeth wußte, wie gefährlich das war, sollte sie jemand aus der Wartburg entdecken. Sie bedeckte den Korb mit einem kostbaren Tuch. Als sie durch den Garten ging, entdeckte sie ihr Schwager und wollte wissen, was Elisabeth in dem schweren, großen Korb versteckt hielt. Sie gab ihm keine Antwort sondern bat Gott, ihr zu helfen. Ihr Schwager nahm das Tuch vom Korb und siehe da im Korb waren nur wunderschöne Rosen. Elisabeth konnte also ihren Weg fortsetzen, dankte Gott für seine Hilfe und als sie zu den Armen kam, waren aus den Rosen wieder Esswaren geworden.

Franz von Assisi

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war zwar kein Königssohn, aber sein Vater war ein reicher Kaufmann in Assisi – das ist eine kleine Stadt in Italien. Eigentlich hieß er ja Giacomo, wurde aber von seinen Freunden Francesco genannt, weil seine Mutter aus Frankreich stammte. "Francesco" wiederum heißt auf deutsch "Franz".

Der junge Francesco sollte einmal den ganzen Reichtum seines Vaters erben. Franz war ein sehr verzogenes Kind, das alles hatte und alles durfte. Natürlich musste er viel lernen, schließlich sollte er ja einmal das Geschäft seines Vaters übernehmen und führen. Als Stoffhändler und Färber musste man gut rechnen, lesen und schreiben können und auch sonst allerhand wissen. Es störte den jungen Franz überhaupt nicht, dass Kinder, die so alt waren wie er, bereits in der Fabrik seines Vaters arbeiten mussten und niemals Zeit hatten, zu spielen und keine Möglichkeit hatten, schreiben oder rechnen zu lernen. Er fand das ganz in Ordnung – er war ja immerhin ein reicher Bürgersohn – und deshalb etwas viel Besseres als die kleinen, ausgemergelten Gestalten im Dienst seines Vaters. Und so wuchs Franz auf und wurde zum eitlen, vergnügungssüchtigen, herrischen, selbstgerechten, gedankenlosen jungen Mann. Er sah nicht, wie arm die meisten Leute waren, wie sie hungerten und froren und früh krank wurden und jung starben. Und wenn er es sah, fand er es in Ordnung. Er fand es auch in Ordnung, dass Priester, Bischöfe und der Papst reich waren und mächtig, sich mit Juwelen schmückten und so taten, als wäre Christus nie arm und verfolgt gewesen.

Als die Stadt Assisi einen Krieg gegen die Nachbarstadt Perugia führte, kämpfte Franz – wie all seine Freunde – mit. Er kämpfte nicht lange, denn schon bald geriet er in Gefangenschaft. Damals wurden Gefangene entweder sofort getötet oder gegen Lösegeld wieder frei gegeben. Da Franz so eitel war, hatte er sich seine Rüstung mit kostbaren Steinen, kostbaren Federn und kostbaren Stoffen geschmückt, sodass er sofort als reicher Mann erkannt werden konnte. Das war sein Glück – und so wurde er nach einem halben Jahr, das er in einem dunklen, feuchten Kerker verbringen musste, gegen eine hohe Lösegeldzahlung durch seinen Vater freigekauft.

Dieses halbe Jahr aber hatte Franz verändert. Er wurde sehr krank und hatte sicherlich viel Zeit, über sein Leben nachzudenken.

Er war 24 Jahre alt (genau so alt wie Elisabeth, als sie starb), als er wieder zurück nach Assisi kam. Er war still und nachdenklich und begann sich plötzlich für die Armen seiner Stadt zu interessieren. Sein Vater war darüber zornig, dachte aber, dass das nur eine Folge der langen Krankheit war. Doch dann hatte Franz das Gefühl, als würde Jesus zu ihm sprechen und ihm den Auftrag geben, sein Leben vollständig zu ändern. Er sollte aber auch Priester, Bischöfe und den Papst daran erinnern, dass die Kirche das viele Geld, das sie besaß, mit den Armen teilen sollte, wie Jesus einst gesagt hatte. Diesen Auftrag nahm Franz sehr ernst. Und das erste, was er tat, war, auf seinen Reichtum und sein Erbe zu verzichten. Du kannst dir vorstellen, wie entsetzt und erschrocken sein Vater war, als sein einziger Sohn auf die Idee kam, sein Vermögen zu verschenken, seine kostbaren Stoffe, sein Geld und seine Juwelen aus dem Fenster zu werfen. Du kannst dir sicherlich auch vorstellen, wie die Menschen, die unter dem Fenster standen, um diese Schätze kämpften, dabei schrien und lachten. Sein Vater war so zornig und enttäuscht – schließlich hatte er ja erst vor Kurzem eine hohe Summe Geldes für Franz bezahlt – dass er ihn wütend aus dem Haus warf. Franz wiederum war enttäuscht, dass sein Vater lieber reich und angesehen bleiben wollte und gab ihm alles zurück, was er von ihm bekommen hatte, sogar alle seine Kleider. Ganz nackt stand Franz auf dem Hauptplatz von Assisi – und alle, auch seine besten Freunde, hielten ihn für verrückt.

Nun begann Franziskus, der ja nicht mehr Franz, der reiche Bürgersohn sein wollte, auf der Straße zu leben, davon zu predigen, dass alle Menschen Brüder und Schwestern seien, dass aber auch alle Tiere eine Seele hätten und geachtet und geliebt werden sollten, bettelte um Essen und Kleidung, lebte mit den Armen und pflegte die Aussätzigen. Für den jungen Franziskus begann nun eine schwierige Zeit. Er wurde von seinen Freunden verlacht und verspottet. Doch er blieb fröhlich und liebevoll – und so mancher seiner alten Freunde hörte auf, über ihn zu lachen und ging mit ihm. So hatte er bald viele Freunde, die mit ihm gingen und so lebten wie er.

Eines Tages ging er zu Fuß den langen Weg von Assisi nach Rom, um den Papst zu sprechen und ihn daran zu erinnern, dass Jesus arm war, keine kostbaren Gewänder getragen und sich nicht mit Schmuck behängt hatte. Das war aber sehr gefährlich. Ein Mann, der wagte, Kritik am Reichtum der Kirche zu üben, konnte sehr schnell vor Gericht gestellt und getötet werden. Franziskus kümmerte sich nicht darum. Er war stark und mutig und vertraute auf die Liebe Gottes und auf sich selbst. Und so geschah ihm und seinen Brüdern nichts. Er konnte zwar weder den Papst noch die Bischöfe ändern – aber Franziskus erhielt die Erlaubnis, einen Orden zu gründen und weiterhin zu tun, was ihm so wichtig war – den Menschen zu zeigen, dass glücklich und fröhlich sein nichts mit Reichtum zu tun haben muss, dass vor Gott alle Menschen gleich sind und dass auch Tiere Geschöpfe Gottes sind und eine Seele haben. Daraus wurde ein Orden, den es heute noch gibt, den Franziskanerorden. Vielleicht hast du schon Mönche gesehen, die braune Kutten und Sandalen tragen. Das sind Franziskanermönche, die, wie Franziskus, gelobt haben, einfach und bescheiden zu leben und Menschen und Tiere zu lieben und sie zu achten.

Franz von Assisi wurde für seine Zeit sehr alt, obwohl er viele Jahre krank war. Er starb mit 45 Jahren.

Auch über Franz von Assisi (oder Franziskus) gibt es viele Legenden. Dies ist eine davon:

"Der Wolf von Gubbio"

Gubbio ist eine kleine Stadt nahe Assisi. In den Bergen lebte ein Wolf, der sich jede Nacht zur Stadt schlich, dort Schafherden überfiel und die Schafe der Bauern fraß. Manchmal tötete er auch einen Schafhirten, der seine Schafe beschützen wollte. Die Menschen waren natürlich darüber sehr zornig und auch ein wenig ängstlich und beschlossen, den Wolf zu suchen und ihn zu töten.

Als Franziskus davon erfuhr, ging er nach Gubbio. Er wartete auf den Wolf und als sich Wolf und Mensch gegenüberstanden, begann Franziskus zu sprechen . Er fragte den Wolf, warum er über die Menschen von Gubbio so viel Leid bringe. Der Wolf aber erklärte, er wolle eigentlich nur seinen Hunger stillen, denn um Wild zu jagen, wäre er viel zu alt und schwach. Eine verständliche Angelegenheit.

Dem Wolf und der Stadt konnte geholfen werden: Der Wolf erhielt freiwillig alte und kranke Schafe, damit er seinen Hunger stillen konnte und ließ alle anderen Schafe und Menschen von nun an in Ruhe.


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In die Zeitsäule können bei Bedarf natürlich auch noch andere Daten eingezeichnet werden, die in Zusammenhang mit den Geschichten von Franz und Elisabeth stehen:
  • Entdeckung Amerikas (1492), erste Dampfeisenbahn (1825), erstes Auto (1885)
  • Erste Nennung Österreichs ("Ostarrichi" 996)
  • Ereignis aus eurer Umgebung (Stadterhebung, Bau der Kirche, etc.)
  • Wie lang dauert eigentlich das Mittelalter (bis 1492) ?

Tipp: Vielleicht könnt ihr bei anderer Gelegenheit auch die Daten von BiPi (1857-1941) und seiner Frau Olave (1889-1977) eintragen.


Icon methode b.png Comiczeichnungen

Ein Comic ist - zum Unterschied zu einer Bildgeschichte - so etwas wie ein "Film-Drehbuch" bei der die Bildausschnitte unterschiedlich (Gesamtbild, Detailbild, Großaufnahme usw.) gewählt werden. Damit wird dem Geschehen mehr Dramatik verliehen. Ein Comic arbeitet mit Sprechblasen, starken Umrisslinien und dem bildnerischen Darstellen von Gefühlen durch die sogenannte "Peng"-Sprache.

Jedes Kind gestaltet einen Teil der Lebensgeschichte von Franziskus oder Elisabeth. Ihr müßt euch natürlich genau ausmachen, wer welchen Teil zeichnet, am besten schon, beim Erzählen der Geschichte. Die Bilder werden am Ende gesammelt, in richtiger Reihenfolge zusammengestellt und kopiert, sodass jedes Kind ein eigenes Comicheft bekommt.

Icon c.pngWeitere Methoden zu diesem Erprobungspunkt im Teil C

B033kb.jpg Ich kann mit Gott reden.

Icon puckmogli b.png Beten heißt, mit Gott sprechen, egal, ob du dabei ein Gebet sprichst, das du gelernt oder eines, das du selbst erfunden hast.
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Um eine persönliche Beziehung zu Gott zu entwickeln, ist es wichtig, dass das Kind Gott als einen, mit dem man reden kann kennenlernt. Oft genug sind Gebete für Kinder dümmliche "Blümelein - und Vögelein-Gedichte" und entsprechen in keiner Weise der Erfahrungswelt und den Bedürfnissen der Kinder. Viele Kinder sind nicht in der Lage, Gebete ohne Wörter wie "bescheret" zu formulieren. Das Beten wird gar nicht so selten als Zwang und Pflicht und nicht als Gespräch mit einem guten Freund gesehen.

Diese Erprobung fordert auch von dir einiges: Versuche, freies Beten in deiner Meute/deinem Volk immer wieder zu ermöglichen. Natürlich musst du nicht alle vorgefertigten Gebete vermeiden, aber überlege dir, ob die Sprache des jeweiligen Gebets wirklich dem Entwicklungsstand der Kinder entspricht. Bitte lass aber auf keinen Fall Kinder Gebete aufsagen, um diese Erprobung zu erfüllen!

Vorschläge

  • Lieber Gott! Ich möchte von dir lernen fröhlich zu sein und alles zu tun, um den anderen eine Freude zu bereiten!
  • Lieber Gott! Ich danke dir für meine Freunde. Wenn wir zusammen spielen, sind wir froh. Hilf, dass alle Menschen einen guten Freund haben!

Icon methode b.png Hilfestellungen, um Gebete zu erfinden

Die WiWö erhalten von dir einen Satzanfang, den sie dann selber zu einem Gebet fertig formulieren sollen.

Das kann geschehen:

bei besonderen Gelegenheiten oder Stimmungen (z.B. Heimweh):

  • Bitte lieber Gott, pass auf alle auf, die ich lieb habe: ...

als Einstieg, zum Ausdrücken von Bedürfnissen:

  • Mach, dass mir heute nichts Schlimmes passiert, lieber Gott. Davor habe ich Angst: ...
  • Heute wird es sicher spannend. Ich freue mich auf ...

als Reflexionsmethode, zur Rückschau bewusst eingesetzt:

  • Bitte, lieber Gott, mach, dass morgen ein besserer Tag wird. Heute war es gar nicht schön: ...
  • Danke, lieber Gott, für diesen Tag. Alles war heute schön: ...

Icon c.pngWeitere Methoden zu diesem Erprobungspunkt im Teil C

Weg zum 2. Stern

B064kb.jpg Ich habe bei einer religiösen Feier mitgeholfen.

Icon puckmogli b.png Du kannst zum Beispiel einen Raum oder einen Altar schmücken, Lieder aussuchen und mitsingen oder sogar mit einem Instrument begleiten. Wie wäre es mit einer kleinen Geschichte, die du mit anderen WiWö darstellst oder einem Tanz?
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Du legst fest, welche Form der religiösen Feier die beste ist. Du entscheidest, ob du während eines Lagers an einem Gottesdienst in der nächstgelegenen Kirche mit deinen Kindern teilnimmst, oder ob du allein oder mit anderen FührerInnen einen Wortgottesdienst oder eine spirituelle Einheit gestaltest.

Wortgottesdienst

Hier gibt es einen geregelten Ablauf, den du im Behelf "Der Weg" findest.

Spirituelle Einheit

Hier werden zu einem von dir ausgewählten Thema Texte und Lieder und andere Gestaltungselemente zu einer Feier zusammengestellt (z.B. Adventfeier).

Icon methode b.png Checkliste

Damit die Feier ruhig und festlich ablaufen kann, müssen ihre wichtigsten Elemente vorher klar sein. Verwende dazu folgende Checkliste:

Wer nimmt teil?

Anzahl und Alter der TeilnehmerInnen

Wann findet die Feier statt ?

Die Tageszeit bestimmt den Ort bzw. die Wegzeit besondere religiöse Feste bestimmen den Inhalt

Wie sieht die Form der Feier aus?

Einstieg - Thema vorstellen Hauptteil - Thema bearbeiten und persönlichen Bezug herstellen Ausklang - klarer Schlusspunkt

Wer bereitet was vor?

Aufteilung der Aufgaben, an denen Kinder mitwirken Raumgestaltung Einstudieren der Lieder

Wo findet sie statt?

möglichst ungestört im Freien an Schatten denken genügend großen Raum

Was brauchen wir dafür?

Sitzgelegenheiten, Tisch für Gottesdienst mit eventuell gestaltetem Altartuch, stimmungsvolle Beleuchtung (Kerzen, Windlichter, Teelichter, Fackeln), Raumschmuck, Tischschmuck (gut stehende Vasen oder andere Gefäße), Texte (Geschichten, Gebete), Liedertexte (in genügender Anzahl), technische Geräte, Musikinstrumente, Materialien für Beiträge wie Papier, Bleistifte, Scheren, Kleber, Stoffbänder, etc.

Icon c.pngWeitere Methoden zu diesem Erprobungspunkt im Teil C

B065kb.jpg Ich kenne die wichtigsten Feste meiner Religion.

Icon puckmogli b.png Wenn du ein Fest feierst, willst du doch wissen, was da gefeiert wird. Oder wer und warum da gefeiert wird.
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Um es den WiWö zu ermöglichen, sich mit anderen Religionen auseinanderzusetzen, ist es vorerst notwendig, dass sie sich mit ihrer eigenen gut auskennen. Nur dann können sie vergleichen und andere Religionen verstehen lernen.

Für Österreich bieten sich dafür die christlichen Religionen an - auch für Kinder ohne religiöses Bekenntnis, die natürlich hauptsächlich damit konfrontiert sind. Sollten in deinem Volk/deiner Meute Kinder sein, die ein nicht-christliches Religionsbekenntnis haben, so findest du Informationen dazu beim nächsten Erprobungspunkt.

Icon methode b.png Straßenbild mit Kreide
Wichtige Ereignisse aus dem Leben Jesu werden mit Straßen- oder Tafelkreiden auf einem Platz z.B. vor dem Heim oder der Kirche aufgemalt.

Icon c.pngWeitere Methoden zu diesem Erprobungspunkt im Teil C

B066kb.jpg Ich kann etwas über eine andere Religion erzählen. Zum Beispiel weiß ich den Namen Gottes, den Namen des Gotteshauses, Name und Bedeutung des höchsten Feiertages.

Icon puckmogli b.png Ich will dir einiges über die wichtigsten Religionen der Welt erzählen:

Ich beginne mit dem Christentum. Der Name Christentum kommt von Christus. Christus ist ein griechisches Wort und heißt "Der Gesalbte". In Jerusalem wurden Könige mit kostbaren, duftenden Ölen gesalbt, das heißt, eingerieben und dadurch rein und heilig. Jesus war der Sohn Gottes, der Messias, der gekommen war, um die Menschen zu erlösen - er war der König des Reiches Gottes. Deshalb heißt er Jesus Christus, also Jesus, der Gesalbte.

Jesus hatte auch irdische Eltern: Joseph und Maria. Geboren wurde der kleine Jesus in einem Stall in Bethlehem. Jesus wuchs auf und war sehr klug und gerecht. Er wusste bald mehr als die Weisen und begann schon mit zwölf Jahren, zu den Menschen zu sprechen. Jesus hatte auch viele Freunde, darunter Maria Magdalena und seine zwölf Jünger. Auch viele andere Männer und Frauen, begleiteten ihn, wenn er durch das Land zog und predigte. Er konnte heilen und Wunder wirken.

Israel war in jener Zeit von Römern besetzt, die das Land regierten. Da Jesus in seinen Predigten sehr oft vom Königreich seines Vaters sprach, glaubten die Römer, Jesus wollte König von Jerusalem werden - und davor hatten sie Angst. Auch viele Bewohner Israels damals glaubten dies - und hätten sich sehr darüber gefreut, denn sie wollten die Römer loswerden - schließlich war es ihr Land und nicht das der Römer. Dann gab es auch noch ganz mächtige Männer, die Hohenpriester, die Angst vor Jesus hatten: Ein Mann, der der Sohn Gottes ist, könnte ihnen gefährlich werden, am Ende würden sie ihre Macht verlieren. Alle diese Menschen begriffen nicht, dass Jesus von Gott sprach und vom Reich Gottes, das nichts mit einem Land auf Erden zu tun hat. Und so geschah es, dass Jesus Christus gefangen, eingesperrt, geschlagen und zum Kreuzestod verurteilt wurde. Als er aber das schwere Kreuz ganz allein auf den Berg Golgatha tragen musste und dann, an das Kreuz gebunden, starb, war er von fast allen seinen Freunden verlassen - nur seine Mutter Maria, Maria Magdalena, einige andere Frauen und Johannes, waren da, um ihn zu trösten. Jesu Leichnam wurde in ein Leichentuch gehüllt und begraben - aber nach drei Tagen war das Grab leer - Jesus war wieder von den Toten auferstanden.

Jesus Christus hat gelehrt, dass alle Menschen Gott und einander lieben sollen, so wie sie sich selbst lieben. Das Buch, das unter anderem über sein Leben und seine Gedanken berichtet heißt die Bibel. Es ist das meist gelesene Buch der Welt und in viele Sprachen übersetzt worden.

Der höchste Feiertag der katholischen Christen ist Ostern, das ist der dritte Tag nach der Kreuzigung - also die Auferstehung Jesu. Der höchste Feiertag der evangelischen Christen ist der Karfreitag - also jener Tag, an dem Jesus gestorben ist, um die Menschen zu erlösen.

Nun erzähle ich dir etwas über den Islam. Islam ist ein arabisches Wort und heißt "Ergebung in den Willen des einen Gottes, Allah". Der Begründer dieser Religion hieß Mohammed. Das ist ein arabisches Wort und heißt "Der Gepriesene".Die Anhänger des Islam heißen Muslime (und nicht Mohammedaner), denn ein Muslim unterwirft sich Allah und nicht seinem Propheten Mohammed. (Ein Prophet ist ein Verkünder oder Deuter einer Gottesbotschaft.)

Mohammed war ein angesehener Kaufmann und war viel auf Reisen. Er lernte viele Menschen und verschiedene Religionen kennen und begann über diese nachzudenken.

Der Islam lehrt, dass das Schicksal des Menschen von Gott bestimmt ist und dass alle guten und bösen Taten vergolten werden. Der Koran ist das heilige Buch der Muslime und in arabischer Sprache geschrieben. Er ist die Grundlage des Islam und liefert zahlreiche Vorschriften und Vorgaben für das Leben.

Die zwei wichtigsten Feste des Islam sind:

  • Id al-Fitr ist ein dreitägiges "Fest des Fastenbrechens". Es beendet den Fastenmonat Ramadan und ist eine Zeit der Danksagung.
  • Hauptfest ist Id al-Adha, ein dreitägiges Opferfest. Es erinnert an die Opferbereitschaft Abrahams vor rund 4000 Jahren.


Das Judentum ist eine sehr alte Religion. Sie beginnt mit den Erzvätern Abraham, Isaak und Jakob. Gott erschien Abraham und fordert ihn auf mit seinem Volk in ein Land zu gehen, das er ihm zeigen wolle. Er schloss mit Abraham einen Bund und verhieß ihm Segen in einem Land, in dem Milch und Honig fließen: "Nur euch habe ich erwählt aus allen Stämmen der Erde!" Gott (Jahwe), sein Wort (Thora), das Land Israel und die Gebote zur gottgewollten Art zu leben (Mitzwot) sind die vier untrennbaren Grundlagen des Judentums. Die Thora (Gesetz, Weissagung) umfasst im engeren Sinn die fünf Bücher Moses, darüber hinaus auch alle Lehren, die für einen Juden verbindlich sind und seine Lebensführung bestimmen. Im Talmud (Belehrung) sind die Erläuterungen zur Thora niedergeschrieben. Die Auslegung der Thora ist Aufgabe der Rabbiner, der Schriftgelehrten.

Am Freitag beginnt die Vorbereitung für den Sabbat. Dieser wichtige Wochenfeiertag dauert von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Sonnenuntergang am Samstag. Fromme Juden arbeiten am Sabbat nicht.

Das höchste Fest ist der Sühnetag Jom Kippur. Jom Kippur ist der "Sabbat der Sabbate", der heiligste Tag im Jahr. Nur wer sich mit seinen Mitmenschen aussöhnt, darf auf Versöhnung mit Gott hoffen. In der Synagoge (das Wort bedeutet "Versammlung") sprechen die Gläubigen an diesem Tag Bußgebete und Sündenbekenntnisse und sie fasten den ganzen Tag.


Als nächstes erfährst du einiges über den Buddhismus. Der Name Buddhismus kommt von Buddha, dem Gründer dieser Religion. Das ist ein Sanskrit-Wort und heißt "Der Erwachte, der Erleuchtete". Sanskrit ist eine Schrift, die viele tausend Jahre alt ist.

Ein junger Mann mit Namen Siddharta verließ seine reichen Eltern. Er wollte die Wahrheit über das Leben erfahren und darüber, wie Menschen von diesem Leben mit seinem Leid erlöst werden könnten. Er wanderte umher und setzte sich schließlich unter einen Feigenbaum um zu meditieren. Meditieren heißt nachdenken. Aber es ist eine besondere Art des Nachdenkens. Siddharta saß viele Tage völlig unbeweglich unter diesem Baum, solange bis er das wusste, was er wissen wollte - er wurde erleuchtet. Darum wurde Siddharta von da an Buddha genannt. Er begann nun zu wandern, zu predigen und zu lehren.

Buddha hatte erfahren, dass jede Lebensform heilig ist, dass kein Lebewesen, und sei es noch so klein, getötet werden darf. Er hatte auch erfahren, dass Menschen sich selbst erlösen können, würden sie sich nur von allen Leidenschaften trennen. Wenn jemand unbedingt etwas tun oder haben möchte, ganz gleich, ob es für diesen Menschen gut oder schlecht ist, ist das eine Leidenschaft. Das Wort Leidenschaft kommt von leiden. Um erlöst zu werden, müssen Buddhisten auch ein rechtes Leben führen. Das heißt, die Gebote des Buddhismus zu beachten. Budda hat eine einfache Regel aufgestellt: Das Tun von Gutem und das Nichttun von Bösem. Zwischen den Geboten des Christentums und den Geboten des Buddhismus ist kein sehr großer Unterschied.

Buddhisten folgen auf der Suche nach dem Heil einem bestimmten Weg. Sie glauben, dass Buddha diesen Weg zum Heil gefunden hat. Buddha ist aber kein Gott, sondern eine wichtige Person, als Vorbild für das eigene Leben. Einen eigenen Namen für Gott gibt es im Buddhismus nicht. Das höchste Fest ist Vaisakha Puja/Vesak. Es findet am ersten Vollmondtag im Mai statt und erinnert an Buddhas Geburtstag.


Der Hinduismus ist eine sehr vielfältige Religion. Für Hinduisten ist alles veränderlich und einem Kreislauf unterworfen - es entsteht und vergeht wieder. Der ganze Lauf der Welt ist getragen von einer Ordnung (dharma). Es ist die Aufgabe des Menschen, sich nach diesem dharma zu richten. Hinduisten glauben an die Wiedergeburt: Die "Seele" eines Menschen kehrt immer wieder in die Welt zurück – in einem anderen Körper. Reines Glück ist aber nur außerhalb dieses Kreislaufes zu finden. Durch Befolgen der Gesetze wollen Hinduisten eine höhere Form des Lebens erreichen, in der sie dann mehr Liebe und mehr Glückseligkeit erleben. Es geht dem Hindu (so nennt man Hinduisten auch) nicht um Erlösung vom Tod, sondern um Erlösung vom ewig währenden Leben. Das Verständnis der Heiligen Schriften kann nur unter Anleitung eines erfahrenen Lehrers erworben werden. Diesen Lehrer nennt man Guru. Hindus haben viele Götter, denen sie ihre Tempel (Gotteshäuser) weihen. Einige davon will ich dir aufzählen:

  • Brahma – Der Erschaffer
  • Vishnu – Der Erhalter
  • Shiva – Der Zerstörer
  • Kali – Zerstörend und wohltätig zugleich

Das höchste Fest der Hindus ist Diwali, ein sechstägiges Lichterfest zu Neujahr (gefeiert wird es im November). Man feiert den Sieg des Guten über das Böse und die Finsternis. Dabei werden die Häuser innen und außen mit kleinen, leuchtenden Lampions geschmückt.

Name Gottes Gotteshaus höchstes Fest eine Geschichte
Christentum Gott (dreieinig: Vater, Sohn, Hl. Geist) Kirche Ostern (Tod und Auferstehung Christi) Geburt Christi, Wunder, Bergpredigt, Pfingsten
Islam Allah Moschee Id al-Fitr; Id al-Adha Leben Mohammeds
Judentum Jahwe Synagoge Jom Kippur Abraham und Isaak, Auszug aus Ägypten, Log, ...
Buddhismus Pagode, Stupa Vaisakha Puja / Vesak Erleuchtung Buddhas
Hinduismus Brahma, Vishnu, Shiva, Kali, ... Tempel, Hausaltäre Diwali Lichterfest Diwali

Hilfreiche Adressen


Icon methode b.png Weltreligionenspiel

Verstecke die unten stehenden Begriffe einzeln und lass sie die WiWö suchen. Dann sollen sie Begriffe, die zu einer Religion gehören, zusammenlegen. Erkläre alles, was unbekannt ist.

Judentum: Jahwe, Synagoge, Jom Kippur, Sabbat, Thora, Rabbiner
Islam: Allah, Moschee, Id al-Fitr, Ramadan, Koran, Mohammed
Christentum: Gott, Kirche, Osterfest, Bibel, Jesus, Sonntag
Buddhismus: Pagode/Stupa, Vaisakka Puja, Siddharta/Buddha, Meditation
Hinduismus: Brahma, Tempel, Diwali, Guru, Wiedergeburt

Icon c.pngWeitere Methoden zu diesem Erprobungspunkt im Teil C

Spezialabzeichen

Menschenfreundin.jpg MenschenfreundIn

"Jemandem zu helfen" kann man schlecht planen. Deine WiWö sind aber sicher in den Heimstunden dem Thema "Helfen" begegnet, weil vieles auf ihrem Weg immer wieder damit zu tun hat. Wenn nun ein Kind in die Situation kommt, jemandem über einige Zeit hindurch helfen zu können, ist es wichtig, diese Hilfe auch aufzuarbeiten. Motiviere das Kind darüber nachzudenken, wie es ihm dabei geht, welche Probleme es vielleicht hat und was ihm Freude macht. Gib ihm Anregungen dafür auch mit der Person zu sprechen, der geholfen wird. Wenn ihr dann darüber in einer Heimstunde berichtet, können die anderen Kinder daraus auch Erfahrungen sammeln und werden auf eine ähnliche Situation vorbereitet. Aus diesen Erfahrungen heraus sind sicher auch zahlreiche "Sinnsprüche" über Freundschaft und Hilfe für Kinder leichter verständlich. Du kannst so einen Spruch ja als Einstieg in das Thema verwenden.

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  • Was es auch Großes und Unsterbliches gibt, den Mitmenschen Freude zu machen ist doch das Beste, was man auf der Welt tun kann. (Peter Rosegger)
  • Unter allem was zu einem glücklichen Leben beiträgt, gibt es kein größeres Gut, keinen größeren Reichtum als die Freundschaft. (Epikur)
  • Lasst keinen zu euch kommen, ohne dass er glücklicher wieder geht. (Mutter Theresa)
  • Das ist schön, den Freunden Gutes tun und die Feinde zu Freunden machen. (Johann Peter Hebbel)
  • Mach den ersten Schritt, dein Bruder wartet schon. (Robert Sand)
  • Schwer ist‘s zu heilen, doch leicht zu verwunden. (Wieland)
  • Wer mithilft, ist immer willkommen. (Cid Ricketts Sumner)

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Religionsforscherin.jpg ReligionsforscherIn

Nachdem es im 2. Stern schon um andere Religionen geht, ist dieses Spezialabzeichen eine Möglichkeit diese Beschäftigung zu vertiefen. Das Kind soll dabei die ersten beiden Punkte des Abzeichens verbinden. Das Wissen soll also gleich in die Collage eingearbeitet und nicht abgefragt werden.

Das Abzeichen kann auch mehrmals, also für mehrere Weltreligionen, vergeben werden.

Icon info b.png Siehe 2. Stern

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Gottesdienstgestalterin.jpg GottesdienstgestalterIn

Um einen Gottesdienst mitgestalten zu können, ist es erst einmal wichtig, diese Feier zu verstehen. Das Abzeichen dient als Vertiefung der Mithilfe und Mitgestaltung ("wesentlich mitgestaltet") bei gruppeninternen Feiern ("WiWö-Gottesdienst”) oder Feiern anderer Religionsgemeinschaften.

Icon info b.png Den Aufbau der katholischen Messe und des evangelischen Gottesdienstes findest du in "Der Weg. Religiöser Arbeitsbehelf der PPÖ" Seite 60ff - erhältlich beim Scout-Shop.

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Gottesfreundin.jpg GottesfreundIn

Gerade WiWö haben – das bedingt ihre Entwicklung – oft eine tiefe und innige Beziehung zu ihrem Gott und beschäftigen sich gerne mit spirituellen Hintergründen. Dieses Abzeichen ist auch für MinistrantInnen der katholischen Kirche gedacht bzw. für vergleichbares "aktives Mittun" in anderen Religionsgemeinschaften.

Icon info b.png Falls du das "aktive Mittun" nicht selbst beurteilen kannst oder willst, wende dich an die örtliche Leitung der jeweiligen Religionsgemeinschaft.

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Literatur

  • Der Weg - religiöser Arbeitsbehelf (PPÖ) Scout Shop

Meditation/Stille

  • Dettwiler-Lauber, Christa: Wenn die Seele ihre Flügel ausbreitet. Meditative Phantasiereisen mit Kindern (Walter Vlg) ISBN 3-530-30006-3
  • Schneider, Monika/Schneider, Ralph: Meditieren mit Kindern. Stilleübungen, Phantasiereisen, Musikmeditationen, Wahrnehmungsübungen (Verlag an d. Ruhr) ISBN 3-86072-179-8

Texte/Geschichten

  • Mayer-Skumanz, Lene: Jakob und Katharina. Geschichten zum Lesen, Spielen und Weiterdenken (Herder Freiburg) ISBN 3-45 1 -26364-5
  • Bindels, Lieselotte / Korte, Rainer: Symbolgeschichten für junge Leute (Don Bosco) ISBN 3-7698-0609-3
  • Frisch, Hermann J.: Lebensringe 1. Glaubensbuch für Kinder von 5-8 Jahren (Patmos) ISBN 3-491-79294-0
  • Frisch, Hermann J.: Lebensringe 2. Glaubensbuch für Kinder von 9-13 Jahren (Patmos) ISBN 3-491-79309-2
  • Hofsümmer, Willi: In Geschichten das Leben spiegeln (5 Bände) (Matthias-Grünewald) Scout Shop

Für Erwachsene

  • Jäggle, Martin / Mayer-Skumanz, Lene: Mit Kindern über den Glauben reden (Tyrolia) ISBN 3-7022-1947-1
  • Lang, Hans G.: Spiele in der religiösen Erziehung. Grundlegung und Anregungen (Katzmann) ISBN 3-7805-0425-1
  • Hoffsümmer, Willi: Religiöse Spiele für Gottesdienst und Gruppen (Matthias-Grünewald) Bd.1 ISBN 3-7867-0799-5; Bd.2 ISBN 3-7867-0859-2

Franz von Assisi

  • Wölfel, Ursula/Bollinger-Savelli, Antonella: Bruder Franz von Assisi. Ein Bilderbuch für Kinder und Erwachsene (Patmos) ISBN 3-491-79038-7
  • Mayer-Skumanz, Lene: Franziskus und seine Gefährten (Tyrolla) ISBN 3-7022-1692-8
  • Fussenegger, Gertrud: Elisabeth (Tyrolia) ISBN 3-7022-1798-3
  • Kuhn, Johannes: Sonnengesang des Franz von Assisi (Kaufmann) ISBN 3-7806-0502-3 oder ISBN 3-7806-0716-6

Ich kann mit Gott reden

  • Küstenmacher, Werner: Tikis Gute-Nacht-Gebete (Pattloch) ISBN 3-629-00265-X
  • Mit Kindern beten (Kaufmann) ISBN 3-7806-2171-1
  • Frisch, Hermann J.: Du gehst mit mir Gebetbuch für Kinder von 5-8 Jahren (Palmos) ISBN 3-49 1 -7931 0-6 Ebner, Robert:
  • Gott kann ich alles sagen. Beten mit Kindern (Don Bosco) ISBN 3-7698-0779-0
  • Zink, Heidi / Zink, Jörg: Gebete für Kinder. Ein Gang durch den Tag - Ein Gang durch das Jahr - Ein Gang durch die Welt (Kreuz Stgt) ISBN 3-7831-0778-4

Weltreligionen

  • Schwikart, Georg: Kinderlexikon der Religionen (Patmos) ISBN 3-491-79491-9
  • Schwikart, Georg: Gott hat viele Namen. Kinder aus aller Welt erzählen von ihrem Glauben (Patmos) ISBN 3-49 1 -79479-X
  • Copley, Ternece / Brown, Adrian: Lernspiele Religion: Weltreligionen erkunden (Verlag an d. Ruhr) ISBN 3-86072-237-9
  • Geliman, Marc / Hartmann, Thomas: Wie buchstabiert man Gott? Die großen Fragen und die Antwort der Religionen (Omnibus Tb./Bertelsmann) ISBN 3-570-20416-2
  • Stichwort spezial: Religionen der Welt (Heyne Stichw. 19/ 4077) ISBN 3-453-09 1 34-5