Helfen mit Herz und Hand - Ein Dach für Nepal

von Caroline Ocks, Ass. Internationales am 01.06.2015
Am 25. April 2015 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 ganz Nepal. Es ist das stärkste Erdbeben Nepals seit über 80 Jahren, und es hat bereits Tausenden von Menschen das Leben gekostet. Seine Folgen werden noch die nächsten Jahrzehnte in der nepalesischen Bevölkerung spürbar sein.
Helfen mit Herz und Hand - Ein Dach für Nepal

Epizentrum des Erdbebens.

Neben der unfassbaren Zerstörung der Städte und deren für die Menschen so prägenden Kulturdenkmälern passierten aber die schwersten Zerstörungen in den ländlichen, schwerer zugänglichen Regionen. Zu den am schwersten betroffenen Gebieten gehört auch unsere Helfen mit Herz und Hand - Projektregion Tsum Valley im Distrikt Gorkha, da es in unmittelbarer Nähe des Epizentrums liegt.

Erst einige Tage nach dem Beben konnte eine Verbindung mit den Bewohnern im Tal hergestellt werden. Die Situation ist schlechter als vermutet. Viele der Häuser im oberen Tsum sind eingestürzt. Im unteren Tsum sind viele Dörfer komplett zerstört. Einige der Häuser hatten Feuer gefangen, viele Menschen sind dabei in den Trümmern ums Leben gekommen.

Durch Erdbeben zerstörte Häuser.

Die meisten Menschen haben nun kein Dach mehr über dem Kopf, die Trinkwasserversorgung ist schlecht bis nicht existent, die Nahrungsmittel sind äußerst knapp und viele ihrer Tiere sind gestorben. Dazu kommt, dass die schon überaus beschwerlichen Fußwege zum und im Tal durch Schlammlawinen und Geröll zerstört sind. Hilfsgüter und Materialien zum Wiederaufbau können somit ausschließlich über teure Helikopter in das Tal geflogen werden.

Die Zeit drängt, denn Anfang Juni setzt der Monsun ein. Bis dahin müssen Mensch und Tier von den Wassermassen und der Kälte gut geschützt sein. Denn bereits jetzt leiden viele, vor allem Kinder, an Unterkühlung, auch, weil noch teilweise Schnee liegt.

Ein Dach für Nepal - Projektverlängerung

Dieses Beben hat unserem Helfen mit Herz und Hand Projekt somit eine neue Dimension verliehen und uns dazu bewegt, dieses Projekt um ein Jahr zu verlängern.

Gemeinsam mit Chay-Ya, unserer Partnerorganisation für das Helfen mit Herz und Hand-Projekt wurde bereits eine Soforthilfeaktion gestartet, um die Bewohner des Tsum-Valleys mit dem Notwendigsten wie Essen, Decken, Medikamenten und Plastikplanen zu versorgen. Jedoch ist uns vor allem auch wichtig, dass diese Menschen längerfristig unterstützt werden, auch wenn sich die Medien bereits anderen Themen widmen.

Wir möchten euch mit Hilfe dieser Seite sowie folgender Seiten auf Facebook

weitere Updates von unserer Projektregion Tsum Valley geben. Bitte schaut immer wieder mal vorbei und helft uns weiterhin so tatkräftig mit euren Spenden und Aktionen! Die humanitäre Katastrophe ist nach wie vor präsent und man wird noch Jahre brauchen um seine Folgen zu lindern.

Spendenkonto

Eure Spenden überweist bitte auf das Konto:

"Nothilfe Nepal – +(Gruppen-)Name"
Pfadfinder und Pfadfinderinne Österreichs
Erste Bank AG
IBAN: AT35 2011 1000 0007 55 82
BIC: GIBAATWWXXX


Helfen mit Herz und Hand - Medizin im Himalaya

Mit Beginn des Pfadfinderjahres 2013 startete ein neues HHH-Projekt. Mitten im Himalaya - am "Dach der Welt", Nepal - soll die medizinische Versorgung und der Bau einer Krankenstation unterstützt werden.

Der Binnenstaat Nepal liegt in Südasien, eingegrenzt von Indien im Süden und Tibet im Norden. Mehr als ein Drittel des Landes liegt höher als 3000 Meter. Deshalb wird das Land auch oft das "Dach der Welt" genannt. Ein großer Teil des Himalaya-Gebirges zieht sich durch Norden des Landes und acht der zehn höchsten Berge der Welt, darunter auch der Mount Everest sind dort zu finden.

Downloads zur HHH-Aktion in Nepal

Poster - Medizin im Himalaya - Helfen mit Herz und Hand (PDF, 5 MB, 28.10.2013)
Postkarte - Gesundheit ist ein Menschenrecht (PDF, 2,2 MB, 28.03.2014)
Logo -Helfen mit Herz und Hand in Nepal (JPEG, 750 kb)
Toolkit - Helfen mit Herz und Hand für Nepal (PDF, 7 Mb)
Informationsfolder zum Verein Cha Ya (PDF, 4,5 Mb)

JETZT NEU!
Toolkit, Teil 2 - HHH Nepal für CaEx und RaRo (PDF, 7 Mb)

Felsenwege

Nepal gehört laut Berichten der Vereinten Nationen zu den ärmsten Ländern der Welt.

Das einstige Königreich ist gezeichnet von Bürgerkrieg und weitverbreiteter Korruption der Polizeibehörden und der Staatsverwaltung. Dies trägt dazu bei, dass die Bevölkerung kein Vertrauen in die bestehende Regierung setzt und keine Hilfe erwartet.

Trotz internationalem Druck wurden die Forderungen nach Entwicklungsprogrammen zur Armutslinderung von Übergangsregierung lange Zeit erfolglos umgesetzt. Besonders in den entlegenen Tälern leben die Menschen in Armut und es mangelt ihnen an essentieller Infrastruktur sowie an medizinischer Grundversorgung. Nahrungs- und Hygienemangel gehören hier zum Alltag.

Mutter transportiert kleines Kind am Rücken.

Tsum Valley

Eines dieser Täler ist Tsum Valley. Es liegt in der Hochgebirgsregion im Nordosten Nepals nahe der tibetischen Grenze. Das Tal wird von ca. 5000 Menschen bewohnt und ist nur 4 Monaten im Jahr durch einen 6-Tages Fußmarsch über steile enge Pfade erreichbar. Die restliche Zeit sind die Wege durch starken Schnee- oder Regenfall kaum, bzw. gar nicht begehbar.

Die Menschen leben hauptsächlich von der Landwirtschaft (Reis und Kartoffeln). In den Dörfern ist keine Infrastrukturen wie sanitäre Einrichtungen und vor allem keine medizinische Versorgung vorhanden. Im gesamten Tal gibt es keinen Arzt. Die Menschen verrichten ihre Notdurft im angrenzenden Bach aus dem auch das Wasser zum Kochen und Trinken entnommen wird.

In den Häusern wird auf offenem Feuer ohne Rauchabzug gekocht. Die Folgen davon sind Infektionen und schwere Lungenschäden, die aufgrund der medizinischen Unterversorgung nicht behandelt werden können. Vor allem die Kinder leiden unter Krankheiten wie Krätze und Läusen. Viele Krankheiten die bei uns mit Antibiotika behandelt werden können, führen dort zum Tod.

Das Hilfsprojekt – Medizin im Himalaya

Der österreichische Verein Chay-Ya hat es sich zur Aufgabe gemacht in diesem Tal eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen und so eine medizinische Versorgung zu gewährleisten. Durch eine Umfrage der Dorfbewohner, stellte sich heraus, dass sie sich eine medizinische Versorgung wünschen.

Seit 3 Jahren reist die gebürtige Vorarlbergerin und Gründerin von Chay-Ya, Sabine Klotz, jährlich mit einem Team bestehend aus freiwilligen Ärzten und Helfern in das Tsum-Valley. Während der 6-8 Tage beschwerlichen Fußmarsches werden ca. 2 Tonnen Hilfsgüter mit Eselkaravanen zum Dorf Lar (3250 m Höhe) gebracht. Unterwegs schlagen sie mehrere Health-Points auf, um Grundprobleme wie Zahnbeschwerden, Läuse und Krätze zu behandeln. Zusätzlich werden für die dort ansässigen Schulkinder Hefte, Stifte, Rucksäcke und warme, saubere Kleidung mitgenommen.

Alle Mitglieder von Chay-Ya arbeiten ehrenamtlich und tragen die Kosten für die Reise selbst; die Hilfsgüter (Schulsachen, Kleidung, Medizin- und Hygieneartikel) werden durch Spenden finanziert.


Eines ihrer Ziele ist es, eine Krankenstation an einem zentralen Ort in dem Tal zu errichten, damit die Bevölkerung zukünftig bei kleineren medizinischen Anliegen unabhängig ist. Weiters ist die Wissensvermittlung zu Hygiene und Bildung dem Verein ein anliegen.

Sabine Klotz: "Wir geben unser Wissen weiter, denn ohne hygienisches Wissen und Bildung werden sich ihre Lebensumstände nicht verändern. Aber den Wandel müssen die Menschen selbst herbeiführen."

Dieses Vorhaben wird im Rahmen des nächsten "Helfen mit Herz und Hand Projektes" (HHH) von den PPÖ unterstützt. Ab Herbst 2013 bis 2015 wollen wir gemeinsam 40.000,-- Euro sammeln um so den Bau der Krankenstation im Tsum-Valley zu finanzieren.

Das Haus mit insgesamt 60 m² wird aus 4 Räume (2 geschlechtergetrennte Schlafräume, 1 Geburtenstation und 1 Behandlungsraum) bestehen. Durch die gewonnene Wasserkraft vom angrenzenden Fluss soll ausreichend Strom erzeugt werden um das Haus zu versorgen. Zusätzlich werden zwei BewohnerInnen in den nächsten zwei Jahren in Kathmandu zu KrankenpflegerInnen ausgebildet.

Was passiert mit euren Spenden?

Ziel wäre es, den Bau einer Krankenstation, in welchen die Bewohner des Tales behandelt und untergebracht werden und dessen Einrichtung, zu finanzieren. Gesamtkosten: 40.000,-- Euro.

In den nächsten Wochen kommen noch viele, viele Infos, Arbeitsmaterialien, sowie Ideen und Anregungen für eure Heimstunden. Haltet die Augen offen! ;-)

Abzeichen- und Knotenbestellung

Eure Gruppe möchte Abzeichen? Schick ein Mail an uns mit folgenden Infos:

Anzahl der Abzeichen
Adresse, an die die Abzeichen geschickt werden sollen

HHH-Halstuchknoten: Was hat euer Halstuch mit dem Helfen mit Herz und Hand Projekt Nepal zu tun? Mit einer Spende von 4,- könnt ihr euer Halstuch verschönern UND dabei noch einen sozialen Beitrag leisten! Gib uns Bescheid!


Wir danken folgenden Gruppen für ihren Einsatz und die großzügige Spende:

- Atzenbrugg/Heiligeneich
- Abtenau
- Bad Vöslau
- Bad Vöslau Gilde
- Bergheim
- Berndorf
- Braunau
- Bundespfingsttreffen RaRo
- Bund der Pfadfinder
- Dornbirn
- Dornbirn Gilde
- DPSG Dortmund
- Ebergassing
- Egelsee
- Eisenstadt
- Enns
- Freistadt
- Gablitz
- Gallneukirchen
- Gföhl
- Gilde Leobersdorf
- Gilde Traun
- Graz 5
- Graz 10
- Graz 12
- Hard
- Hinterbregenzerwald
- Hohenems
- Hollabrunn Altpfadfinder
- Innsbruck Pradl
- Jugendrotkreuz Ried
- Karlstetten
- Kematen/Gleiß
- Klagenfurt 2
- Klagenfurt 5
- Klosterneuburg 1
- Kritzendorf/Höflein
- Laa/Thaya
- Landesverband Burgenland
- Landesverband Kärnten
- Landesverband Niederösterreich
- Landesverband Oberösterreich
- Landesverband Salzburg
- Landesverband Steiermark
- Landesverband Vorarlberg
- Landesverband Wien
- Landesverband Wien - "Stüberlquiz"
- Landesverband Wien Bundespfingstlager
- Lauterach
- Laxenburg
- Leibachtal
- Leibsdorf
- Lilienfeld
- Linz 2
- Linz 5
- Linz 8
- Linz 12
- Ludesch
- Lustenau
- Maria Enzersdorf
- Mattersburg
- Mödling
- Neunkirchen
- Neustift
- Nüziders
- Oberndorf
- Oberpullendorf
- PWA Vorarlberg
- Pregarten
- Puchenau
- Rankweil
- Ried
- Salzburg 2 Katze
- Salzburg 4
- Salzburg 8
- "ScAtLie"
- Schildorn
- Schwanenstadt
- Steyr 3
- Stockerau
- Strasshof
- TeilnehmerInnen der Bundestagung
- TeilnehmerInnen der Deutschsprachigen Konferenz
- TeilnehmerInnen des Herbstarbeitskreises
- TeilnehmerInnen des RaRo Bundespfingsttreffens
- TeilnehmerInnen des PfiLas der Gruppen 38, 17/47, 6/7, 58
- Telfs
- Thüringen
- Traun-Oedt
- Traun-Oedt Gilde
- Vöcklabruck
- Völs
- Vorchdorf
- Wels
- Wien 6&7
- Wien 13
- Wien 16
- Wien 17/47
- Wien 31
- Wien 36
- Wien 37
- Wien 39
- Wien 58
- Wien Kolonne "Katankya"
- Wien Kolonne "Transdanubia"
- Wiener Neudorf
- Wiener Neustadt 1
- Wolfurt
- Ybbsitz
- Zell am See
- PPZ Zellhof

Wir danken außerdem allen Privatpersonen für ihre Spenden und bitten um Verständnis, dass wir uns entschieden haben, diese Namen nicht zu veröffentlichen.


Wusstest du, dass...

  • es in Nepal eigene Kalendersystem gibt. Das weitverbreitetste ist der Bikram Sambat (B.S.) Zählt ab dem Jahre 57 v.Chr., das heißt im Jahre 2000 schreibt man nach diesem Kalender das Jahr 2057 B.S. Der Kalender ist nach dem König Bikramaditya Samvat benannt und richtet sich nach den Mondphasen. Deshalb wird Neujahr auch erst Mitte April gefeiert. Dieser Kalender wird hauptsächlich verwendet im Königshaus, in Zeitungen, und im öffentlichen Dienst. Das Jahr hat ebenfalls 12 Monate, die jedoch nicht mit unseren Monaten deckungsgleich sind. Momentan schreiben sie das Jahr 2070.
  • Nepal bis vor 20 Jahren noch ein Königreich war? Der letzte König Birendra sowie seine gesamte Familie wurden bei einem Fest erschossen. Danach war das Land politisch instabil, die Maoisten fielen aus China in das Land ein. Es herrschte für einige Jahre Bürgerkrieg. Heute hat Nepal eine Übergangsregierung, die das Land jedoch aufgrund ihrer innerparteilichen Schwächen kaum führen kann. Im November 2014 werden neue Wahlen stattfinden.
  • hier eine Vielzahl von Religionen vorherrschen: Offiziell ist Nepal ein hinduistisches Land. Rund 80 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Hinduismus, etwa 10 Prozent zum Buddhismus und 4 Prozent zum Islam – der Rest setzt sich aus Jains, Christen, Animisten u.a. zusammen. Die genaue Zählung von Hindus und Buddhisten wird jedoch dadurch erschwert, dass sich viele Nepalesen als beides gleichzeitig verstehen – denn die beiden Religionen haben sich im Laufe der Zeit eng miteinander verwoben. Einige der Hauptheiligtümer werden gemeinsam zur Puja besucht. Die Puja (Sanskrit für "Ehrerweisung) gehört als – ein im besten Fall täglich praktiziertes – Ritual sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus zu den wichtigsten Bestandteilen des religiösen Alltags.
  • es auch in Nepal ein Kastenwesen gibt. Wie in Indien gibt es vier Hauptkasten: die Brahmanen (auf Nepali: "Bahun"), die Kshatriyas (auf Nepali: "Chetris"), die Vaishyas und die Sudras sowie viele Unterkasten. Getrennt werden die Kasten durch die "Wasserlinie", die reinen Kasten dürfen von den unreinen kein Wasser annehmen und keine gekochten Speisen (vor allem keinen gekochten Reis = bhat). Der Familienname verrät die Kastenzugehörigkeit – dies gilt aber nur lokal.
  • nach wie vor eine große Analphabetenrate vorherrscht: rund 70 Prozent der Frauen können nicht lesen und schreiben, bei den Männern sind es ca. 40 Prozent.
  • die Landessprache ist Nepali, jedoch gibt es noch ca. 60 weitere Sprachen, die je nach Volksgruppe (Ethnie), Geografie und Dialekt bestimmt werden.
  • das Land in drei unterschiedliche Zonen aufgeteilt werden kann: die Hochgebirgsregion (ca. 4800 – 8800 Höhenmeter), das Mittelgebirge (600 – 2000 Höhenmeter) und das Terai (70 – 150 Höhenmeter)
  • es einen großen koedukativen Pfadfinderverband in Nepal gibt. Sie wurden 1952 gegründet und haben heute ca. 30.000 Mitglieder die sich auch Burschen und Mädchen gemischt zusammensetzen. Die nepalesischen Pfadfinder engagieren sich neben der üblichen Pfadfinderaktivitäten sehr auf sozialer Ebene. Besonders für ihre lokalen Gemeinschaften.
  • es im Norden des Landes, in der Langtang-Region den "Baden Powell Scout Peak" (5890 m) gibt. und ist von großen Gipfeln wie Langtang II, Lantang Lirung, Dorje Lakpa und Shishapangma umgeben.