Look at the boys! Look at the girls!
Ganz genau hinschauen auf die Bedürfnisse von Mädchen und Buben, von Frauen und Männern bei den PfadfinderInnen wollten die 51 TeilnehmerInnen am Woodbadgekurs 2010: Erfahrene JugendleiterInnen aus ganz Österreich, eine Teilnehmerin aus Deutschland (DPSG) und ein Vertreter des Pfadfinderbundes ließen sich auf die Woche unter dem Motto Look at the boys - Look at the girls! ein, ganz im Sinne von Baden-Powell, dem Gründer der Pfadfinderbewegung.
Das PPÖ Bundeszentrum im schönen Wassergspreng (in der Hinterbrühl südwestlich von Wien) zeigt sich zu Beginn von seiner regnerisch-stürmischen, später von seiner sommerlich-angenehmen Seite. Dies passt perfekt zu den Gruppenprozessen, die sich im Laufe der Woche in den unterschiedlichen Kleingruppen herauskristallisiert haben. Genau diese Prozesse gilt es gemeinsam zu analysieren, zu reflektieren, Feedback zu geben und zu nehmen und so sich selbst besser kennenzulernen.
Das Thema "Geschlechterbezogenes Arbeiten" bei den PPÖ
"Das ist doch jetzt nichts jetzt nichts Neues", könnte der Leser, die Leserin dieses Artikels meinen, "das machen die PfadfinderInnen doch schon längst." Das stimmt! Umso mehr gilt es, wieder einmal den Blick darauf zu richten, wie wir ganz konkret dem pädagogischen Auftrag gerecht werden können Mädchen zu stärken und Buben zu fördern. Besonders geht es dabei um Programm, den Rahmen und die Struktur, in der gearbeitet wird. Auch die Vorbildwirkung der LeiterInnen hat einen ganz wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.
Die Arbeit in den Stufen
In der Arbeit in den Stufen bzw. bei den GruppenleiterInnen / FunktionärInnen beschäftigen sich die TeilnehmerInnen mit zielorientiertem Arbeiten. Der Auftrag bestand darin, sich für diese Woche ein gemeinsames Ziel zu setzen, um das Programm entsprechend zu gestalten. Besonders sollte darauf geachtet werden, auf die Bedürfnisse aller Rücksicht zu nehmen. Einige "Aha-Erlebnisse" beweisen, dass die TeilnehmerInnen viel über Gruppenprozesse und die eigene Rolle im Team gelernt haben. Natürlich spielt der Erfahrungsaustausch eine ganz wichtige Rolle, viele neue Ideen für die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen bzw. auch mit Erwachsenen und im Team konnten mitgenommen werden. Der spezielle Seminarrahmen ermöglicht Schritte zur ganz persönlichen Weiterentwicklung – die einzelnen Vorhaben reichen weit über die Seminarwoche, sogar auch über die Pfadfinderei hinaus, bis hin zum privaten oder beruflichen Bereich.
Der Alltag in der Runde
Acht Runden (Spechte, Kuckuck, Wildtauben, Eulen, Raben, Stiere, Schnepfen, Wölfe) – zusammengewürfelt aus ganz Österreich und den Gästen, den Stufen bzw. GruppenleiterInnen / FunktionärInnen, den verschiedenen Altersgruppen, sowie den Geschlechtern – leben gemeinsam: Sie wohnen in Zelten, kochen gemeinsam am Feuer der selbst gebauten Kochstelle und trotzen dabei täglich der großen abendlichen Gelsenplage. Abends ist Zeit um sich gemeinsam mit ihren RundenbetreuerInnen zu verschiedenen Themen auszutauschen. Sie schnitzen ihre Woodbadge-Holzperlen, verleben einen selbst organisierten Nachmittag außerhalb des Lagergeländes und verbringen so manche lange Nacht mit angeregten Gesprächen und intensiven Diskussionen.
Besonderer Dank gebührt dem Woodbadge-Team: 26 Personen arbeiteten ehrenamtlich als TrainerInnen und MitarbeiterInnen für Verpflegung, Organisation, Kinderbetreuung, usw.
Nachbereitung und Abschluss des Woodbadgekurses
Ein Wiedersehen gibt es Mitte November am Nachbereitungstreffen in Zeillern. Dieses Wochenende bietet die Chance, die Seminarwoche nochmals aus der Distanz zu betrachten und die Umsetzung jener Ziele zu begleiten, die sich die TeilnehmerInnen des Woodbadgekurses selbst gesetzt haben.
Abgeschlossen wird die Ausbildung mit der Woodbadgearbeit - diese dient dem persönlichen Transfer, und wird innerhalb von fünf Jahren in schriftlicher oder mündlicher Form absolviert. Dann ist es soweit und die selbst gefertigten Woodbadges werden feierlich verliehen.









