Resolution der PPÖ zum Thema: "Vielfalt als Chance in einer modernen Gesellschaft"
Resolution als Bundesthema für Kinder und Jugendliche
Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs wollen als moderne Kinder- und Jugendorganisation auf die mangelnde Chancengleichheit für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene hinweisen und sich dafür insbesondere im Jahr 2009 einsetzen. Die österreichische Gesellschaft ist durch Diskriminierungen in vielen Ausprägungen, wie Homophobie, Xenophobie oder Sexismus geprägt. Diese nehmen immer wieder beängstigende Ausmaße an, die ein friedliches Miteinander von Menschen verhindern. Die österreichischen Pfadfindergruppen werden hierzu Veranstaltungen, Diskussionen und Aktionen starten, um mehr Sensibilität, Respekt anderen Menschen gegenüber zu fördern und sich für ein friedliches und demokratisches Miteinander zu begeistern.
Zum Begriff "Vielfalt"
Vielfalt ist allgegenwärtig im täglichen Leben von Kindern und Jugendlichen – so auch für die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs. Vielfalt soll als Synonym für die Pluralität der heutigen Gesellschaft verstanden werden. Der Begriff beschreibt daher umfassend die gegebene Situation, dass Menschen Unterschiede in Religion und Glauben, Herkunft, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, sexueller Orientierung, Alter und sozialem Geschlecht haben. Als soziale Dimensionen sind dem Begriff zusätzlich Unterschiede in Bildung, Berufschancen, Einkommen, Wohnort oder ethnischer Zugehörigkeit zuzuordnen.
Alle anders – alle gleich
Wir, die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs, sehen Vielfalt als eine Herausforderung in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu Frieden und Demokratie. Gleiche Chancen und Möglichkeiten werden im Umfeld der Pfadfinder und Pfadfinderinnen seit über 100 Jahren als Selbstverständlichkeit gelebt. Dennoch nehmen wir wahr, dass in unserer Gesellschaft Diskriminierungen in unterschiedlichen Ausprägungen häufig beängstigende Ausmaße annehmen. Kategorisierungen und Hetze gegen das "Anderssein" werden politisch instrumentalisiert und als Bedrohung des vermeintlich "Eigenen" dargestellt.
Die Forderungen
Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs sehen diesen Entwicklungen mit großer Sorge entgegen. Wir fordern daher EntscheidungsträgerInnen in Politik und Wirtschaft und den Gesetzgeber in Österreich dazu auf, sich für die Chancengleichheit aller Kinder und Jugendlichen sowie Erwachsenen einzusetzen.
Wir PfadfinderInnen setzen uns ein für
- Zivilcourage im Alltag,
- den partnerschaftlichen Umgang miteinander,
- die freie Ausübung des eigenen Glaubens,
- das Einhalten der Kinderrechte, besonders in Asyl- und Bildungsfragen
- die Stärkung des interkulturellen Bewusstseins in der Arbeit von Behörden, Parteien und MeinungsträgerInnen,
- die Umsetzung der Minderheitenrechte,
- die gezielte Bewusstseinsbildung für ein friedliches und demokratisches Miteinander aller Menschen,
- mehr Sensibilität in der medialen Berichterstattung bei Themen zur Vielfalt,
- und die Anerkennung von Vielfalt als Chance für die Gesellschaft.
Partizipation als Schlüssel
Junge Menschen sind oftmals von mehrfacher Diskriminierung betroffen. Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs rufen dazu auf, die Vielfalt unter Kindern und Jugendlichen anzuerkennen und den Dialog im Sinne der Friedenserziehung zu fördern. Darum gilt es, alle jungen Menschen aktiv in gesellschaftliche Gestaltungsprozesse einzubeziehen.
Umfassende Partizipation ist der Schlüssel für gesellschaftliche Integration.
Beschlossen auf der Bundestagung 2008 in Innsbruck, 19.10.2008
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Für weitere Informationen steht Ihnen unser Pressesprecher gerne zur Verfügung:

