Leserbrief an das Nachrichtenmagazin Profil
zum Artikel "Feiger Fortschritt: Veteranen der Waffen-SS feiern am Ulrichsberg 50-jähriges Jubiläum" in der Profil Ausgabe KW 35 vom 24. August 2009 – Redakteurin Christa Zöchling
Im Bericht "Feiger Fortschritt: Veteranen der Waffen-SS feiern am Ulrichsberg 50-jähriges Jubiläum" nimmt die Redakteurin Bezug auf die TeilnehmerInnen, die jedes Jahr dabei sind und behauptet, dass auch die Pfadfinder daran teilnehmen. Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs nehmen weder offiziell noch inoffiziell an SS-Veteranentreffen teil, noch werden Treffen von nationalsozialistischem Gedankengut oder von Nationalsozialisten unterstützt geschweige denn besucht. Auch in der Vergangenheit haben die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs, eine der größten Kinder- und Jugendorganisationen Österreichs, nicht an nationalsozialistischen Veranstaltungen teilgenommen oder das Ulrichsbergtreffen besucht.
Pfadfindergeschichte während der NS-Zeit
Seit der Machtübernahme Hitlers in Deutschland 1933 bekämpfte die verbotene, illegale Hitlerjugend in Österreich mehr und mehr die Pfadfinder. Pfadfinderlager und Veranstaltungen mussten damit rechnen, durch Aktionen der HJ gestört zu werden. Ein Sprengstoffanschlag auf das Pfadfinderheim im 10. Wiener Gemeindebezirk, ein Überfall in Maria Enzersdorf und die Ermordung eines Pfadfinderleiters der Gruppe Hötting, Karl Trager, seien hier nur beispielhaft ausgeführt. In der Nacht vom 12. zum 13. März 1938 wurde die Bundeskanzlei der Pfadfinder Österreichs von der Gestapo gestürmt und verwüstet. Ab dem 16. März 1938 wurden auch die Pfadfinder in Österreich verboten und noch intensiver verfolgt. Es folgten Verhaftungen von Pfadfinderleitern, Hausdurchsuchungen und Verhöre.
Friedensbewegung
Die Pfadfinderbewegung stand und steht für Frieden, Gemeinschaft und Respekt vor Menschen anderer Religionen und Kulturen. Diese Grundsätze vermitteln wir Kindern und Jugendlichen durch demokratische Werterziehung und gelebte Internationalität, so zum Beispiel auf Pfadfinderlagern. Unsere gesellschaftsrelevante Arbeit mit und für die Jugend Österreichs versteht sich somit als vehementer Gegenpart zu Rassismus, Ausgrenzung und Gewalt.
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Interviews und Rückfragen
Für weitere Informationen steht Ihnen unser Pressesprecher gerne zur Verfügung:

