Woodbadgekurs - Regelausbildung oder Eliteseminar?

von Sandra Diwoky
Ist der Woodbadgekurs nur der krönende Abschluss der Ausbildung? Nur was für die "Elite" unter den JugendleiterInnen bei den PPÖ? Gehört er zum Standard? Ist der WBK nur was für LehrerInnen und StudentInnen, denen in den Ferienmonaten die Zeit zu lang wird?

Tatsache ist, dass der Woodbadgekurs der Abschluss der Regelausbildung bei den PPÖ ist. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man sich dann nicht mehr fortbilden muss/sollte/kann/darf. (Spezial- und Methodenseminare der PPÖ, Seminare externer Anbieter, sowie in weiterer Folge die TrainerInnenausbildung der PPÖ usw.) Tatsache ist aber auch, dass es wichtig ist, sich bewusst für dieses Seminar zu entscheiden, weil es viel Eigeninitiative und Eigenverantwortlichkeit von den TeilnehmerInnen verlangt. Der Spruch "Es ist euer Kurs" stimmt nämlich wirklich. Wer sich nicht engagieren will, oder erwartet "nur" Programmideen für die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen zu bekommen, wird die Inhalte des Seminars für sich selbst wenig verwerten können. Sicherlich, es gibt Programmideen. Die kommen vor allem von anderen SeminarteilnehmerInnen. Der WBK bietet nämlich viel Zeit für Erfahrungsaustausch. Und das ist auch gut so. Schließlich sind alle diese Ideen für den wichtigsten Teil unserer Arbeit, nämlich der mit den Kindern und Jugendlichen, direkt verwendbar.

Ein Großteil des Woodbadgekurses besteht aber auch darin, sich mit den Zielen, Werten und Methoden unserer Bewegung auseinanderzusetzen. Wie es in unserem Ziel heißt, wollen wir unsere Kinder und Jugendlichen zu verantwortungsbewussten Menschen erziehen, die sich kritisch mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. Und genau dazu wollen wir am Seminar auch den Erwachsenen Mitgliedern der PPÖ Zeit zur Verfügung stellen: den TeilnehmerInnen die Möglichkeit geben, sich kritisch mit unseren Zielen, Grundsätzen und Arbeitsweisen auseinanderzusetzen und diese zu hinterfragen.

Dafür verlangen wir die Bereitschaft der TeilnehmerInnen! Deshalb erscheint das Seminarteam vielleicht auch hin und wieder etwas lästig: weil wir genauer nachfragen, viel Zeit zum zuhören und schon einige Erfahrungen gesammelt haben.

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die TeilnehmerInnen des Woodbadgekurses diese, oft auch theoretische, Auseinandersetzung sehr genießen und mit vielen Ideen und neuen Vorsätzen nach Hause fahren. Leider ist es in den Gruppen oft sehr schwer, das Erfahrene auszuprobieren. Die Umsetzung neuer Ideen ist nicht selten unmöglich, weil andere Gruppenmitglieder Neuem mit Skepsis begegnen und Traditionen (die schon lange nicht mehr hinterfragt werden!) vieles blockieren. Ich würde mir daher auch mehr Unterstützung der "Woodbadgekurs-RückkehrerInnen" von den (Gruppen)LeiterInnen wünschen. Immerhin sind die PPÖ eine Bewegung, da kann sich doch ruhig mal was bewegen!

Ich bin der Meinung, dass der Woodbadgekurs ein verpflichtender Abschluss der Regelausbildung ist, aber nur für LeiterInnen, die zur persönlichen Auseinandersetzung und Weiterentwicklung bereit sind. Das GuSp Seminarteam freut sich schon jetzt auf ein spannendes Seminar mit vielen solchen TeilnehmerInnen zu Ostern 2005!

Woodbadge 2004

Wichtige Elemente des GuSp Woodbadgekurses:

Am Woodbadgekurs wird der Stufenarbeit viel Zeit gewidmet. Bei den GuSp stehen dabei die Methoden (Erprobungssystem, Abenteuer, Wettbewerb, Patrullenrat, Trupprat), die Patrulle als wichtige Arbeitseinheit in der GuSp-Stufe und der Rote Faden (WiWö - GuSp - CaEx) im Vordergrund. Alle Elemente werden im Zusammenhang mit dem Stufenziel betrachtet. Dabei gibt es für die Seminarpatrulle viel Mitspracherecht und Auswahlmöglichkeiten in Form einer Seminarerprobungskarte. Je nach Wunsch der Gruppe unterstützen die TrainerInnen mehr oder weniger. Auch die Entwicklung der "Seminarpatrulle" am Weg zur arbeitsfähigen Gruppe begleitet die Seminarwoche. Wichtig ist auch die Weiterentwicklung des/der einzelnen Teilnehmers/Teilnehmerin in einem bestimmten Punkt, die er/sie sich selbst definiert.

Woodbadge 2004

Hard facts zum GuSp-WBK 04:

Wassergspreng - 2 Seminarpatrullen - 13 TeilnehmerInnen - Bundesländer: W, NÖ, K, St, OÖ - Schlagworte: Kreativität, Engagement, Große Vorhaben, Ziele, Tickets, Bauernhof, Vorbilder, Sonne - Seminarteam: Lo Kucharik, Sandra Diwoky, Paul Kubalek, Christof Schober