Coaching - ein Weiterbildungsseminar für TrainerInnen
Da saß ich also, im Seminarraum in Zeillern, gespannt was da passieren würde. Nach einigen kurzen (einigen neuen und alten) Spielen wurde das Geheimnis gelüftet: Coaching kommt aus dem amerikanischen Sportbereich (was sicher einige wissen), wurde aber vor ca. 20 Jahren auch in den Wirtschaftsbereich übernommen.
Und worum gehts dabei?
Coaching bedeutet – ganz allgemein formuliert - das Begleiten eines(einer)anderen Erwachsenen bei seiner/ihrer persönlichen Entwicklung bzw. bei der Bewältigung von Problemen. Wobei der Ansatz der ist, dass die Person, die das Problem hat, auch die Lösung finden muss bzw. die Lösung "in sich hat". Aufgabe des Coach ist nun, durch verschiedene Übungen, durch Stellen der geeigneten Fragen dem, der "gecoacht" werden will (ganz auf Deutsch "Coachee" genannt) zu helfen, seine eigene Lösung für das Problem oder die Situation zu finden. Die Trennung zum Begriff der Supervision dabei nicht ganz so einfach.
Wie läuft so ein Coaching Prozess nun ab?
Zuerst gibt´s beim Coaching eine Vereinbarung zwischen Coach und dem Coachee. Darin wird auch ein Ziel formuliert. Für uns zur Übung teilten wir uns in zwei Gruppen, die sich gegenseitig coachen sollten.
Zunächst galt es ein Problem zu finden – was keine Schwierigkeiten bereitete. Das Ausformulieren des "Vertrages" mit einer Zielvereinbarung war schon komplizierter. Spannend wurde es dann, als wir begannen, die Hindernisse auf dem Weg zum Ziel – also zur Lösung des Problems - nicht nur aufzuschreiben, sondern mit Möbelstücken, Schnüren, etc. zu visualisieren, sie also wirklich "greifbar" zu machen. Durch geeignete Fragen wurde das Hindernis noch erfassbarer, begreifbarer gemacht. So wurde z.B. eine bestimmte Situation nachgestellt und durch Nachfragen kamen wir gemeinsam auf Lösungsansätze.
Hier wurde mir bewusst, wie viel verloren geht, wenn wir über Probleme und Hindernisse nur diskutieren, anstatt sie anschaulich darzustellen. Ich glaube, wir sollten uns viel öfter Hilfsmittel zur Hand nehmen, visualisieren und nicht aus falscher Scham behaupten, dass wir "so etwas" nicht brauchen. Leider mussten wir hier den Coaching-Prozess abbrechen. – Was natürlich sofort den Ruf nach einer Fortsetzung des Weiterbildungsseminars laut werden ließ (was hoffentlich auch passiert).
Was bringt das für die Pfadis?
Auch bei uns machen Erwachsene verschiedene Phasen durch, sie entwickeln sich weiter. Ein wenig Erfahrung in neuen Methoden des Umganges mit Erwachsenen hilft vielleicht, unsere LeiterInnen zu motivierten und damit besseren MitarbeiterInnen zu machen. Vielleicht helfen auch die 4 Fish-Grundsätze, die in etwa so lauten:
- Hab´ Spaß an der Arbeit!
- Bereite Anderen Freude
- Sei präsent!
- Wähle Deine Einstellung.
Auch wenn dir das jetzt gar nichts sagt: Ich glaube, dass uns bei den Pfadfindern Seminare wie eben diese Coaching weiterhelfen, mit der wichtigsten Ressource die wir haben – nämlich den Erwachsenen – also Euch – schonender umzugehen. Damit wir alle in 20 Jahren noch immer Freude an unserer Tätigkeit bei den PPÖ haben.

