6. Internationale Pfadfinderführer-Konferenz Bei der gleichzeitig zum Jamboree 1929 in Birkenhead stattfindenden Internationalen Pfadfinderführer-Konferenz wurde beschlossen, die nächste Tagung der alle 2 Jahre abgehaltenen Internationalen Pfadfinderführer-Konferenz im Jahr 1931 an Österreich zu vergeben. Zunächst war Salzburg als Tagungsort vorgesehen, später Wien, endgültig wurde sie - dank des Einsatzes von Rudolf Mitlöhner, der statt Wien einen Ort vorschlug, an dem auch eine pfadfinderische Note eingebracht werden kann - als "VI. Internationale Pfadfinderführer-Konferenz" für den Zeitraum von 23. bis 29. Juli 1931 nach Baden bei Wien einberufen. Die beiden beim Internationalen Büro registrierten österreichischen Verbände, der "Österreichische Pfadfinderbund (ÖPB)" und das "Österreichische Pfadfinderkorps St. Georg (ÖPK)" gründeten ein Vorbereitungskomitee, das von beiden Bünden beschickt wurde. Die Leitung hatte Rudolf Mitlöhner für den ÖPK und Ing. Robert Ulrich für den ÖPB inne. Sie fungierten auch als Präsidenten der Exekutive. Jedes teilnehmende Land wird durch bedeutende Pfadfinderführer vertreten. Nach den bis Ende Juni eingelangten Anmeldungen sollten teilnehmen:
Im Rahmen der allgemeinen Konferenz fand auch eine weitere kleinere statt, die nur der katholischen Idee innerhalb der Pfadfinderei gewidmet war. Am 23. Juli 1931 eröffneten Mitlöhner und Ulrich im Badener Stadttheater die Tagung, wo sich rund 180 Delegierte aus 28 Staaten, aber auch viele nicht-delegierte Führer eingefunden hatten. Mitlöhner und Ulrich verfaßten gemeinsam einen Willkommensgruß, der im Programmheft abgedruckt ist:
Bundekanzler Dr. Buresch hielt die Eröffnungsansprache namens der Bundesregierung und drückte darin Baden-Powell seine tiefe Bewunderung aus. Er hob hervor, daß der weltweite Siegeszug der Pfadfinderbewegung in den Grundsätzen des Gottesglaubens, der Nächstenliebe und des Patriotismus liege, wodurch die Pfadfinder die Völkerversöhnung fördern können. Dies hatte auch Lord Baden-Powell, der erst am 2. Konferenztag in Baden eintraf, in einer Pressekonferenz und in seiner anläßlich der Konferenz an seine Pfadfinderbrüder verfaßten Grußbotschaft ausgedrückt:
Laßt uns guten Willens als eine einige Brüderschaft zusammenkommen, als Söhne eines Vaters.
(Let us meet in goodwill as a united brotherhood, sons of one Father.) Baden-Powell of Gilwell BiPi war nur für wenige Tage zuvor in seinem Heim in England. Er kam erst am 13. Juli von einer ab 16. Jänner 1931 währenden Reise nach Neuseeland, Australien und Südafrika in Southampton an. Es war BiPi's 4. Besuch in Österreich. DCC Adolf Klarer war sein persönlicher Betreuer während der Konferenz in Baden. In einem Artikel in der Zeitschrift "Unser Ziel" vom Februar 1948 erinnert sich Klarer daran. An Programmpunkten für den Kongress sind verschiedene Referate, die Festlegung der nächsten Internationalen Pfadfinderführerkonferenz, verbunden mit dem Internationalen Jamboree, verschiedene Anträge des Internationalen Weltkomitees und seine Neuwahl bekannt. Referate wurden unter anderem über die Pfadfinderfilmkonvention (England), Moderne Kindererziehung (ÖPB), Gesetzlicher Schutz von Tracht und Abzeichen (Litauen), Entwicklung der Pfadfinderbewegung (Belgien), Organisation von Jamborees (ÖPK) und über die Zukunft der Pfadfinderbewegung (Lord Baden-Powell) gehalten. Ganz Baden stand nun im Zeichen der Pfadfinder. Kardinal Piffl zelebrierte am Sonntag in der Stadtpfarrkirche das Hochamt, dem auch Bundespräsident Miklas beiwohnte. Anschließend daran fand im Doblhoff-Park eine Parade statt, bei der als Ehrengäste Lord Baden-Powell, Bundespräsident Miklas und Kardinal Piffl begrüßt werden konnten, und die von den Klängen der Deutschmeisterkapelle geleitet wurde.
BiPi wurde im Rahmen der Konferenz nicht nur mit der goldenen Gemse des Österreichischen Pfadfinderbundes ausgezeichnet, Bundespräsident Miklas verlieh Baden-Powell das Große Ehrenzeichen am Bande, das Kabinettsdirektor Klastersky überreichte. Sowohl von Bundespräsident Miklas als auch von Kardinal Piffl wurden in Ansprachen der Geist der Pfadfinderbewegung gewürdigt. Lord Baden-Powell empfahl in seiner Rede, die von Ing. Klarer sofort ins Deutsche übertragen wurde, erneut Patriotismus und weltweite Brüderlichkeit der Pfadfinder. Am selben Tag weihte Kardinal Piffl auch die Hütte der Badener Pfadfinder des Österreichischen Pfadfinderkorps St. Georg ein. Generell war die Öffentlichkeitswirksamkeit sehr groß. Bereits am 15. Juli 1931 informierten Ing. Klarer (um 18.50 Uhr) und am 22. Juli Ing. Ulrich über Radio Wien die Österreicher. Die Parade im Doblhoffpark wurde vom Rundfunk übertragen. Die Pfadfinderbewegung wurde ebenfalls in der Presse entsprechend gewürdigt und bekanntgemacht. Dazu trug auch das zu gleicher Zeit im Helenental stattfindende Bundeslager bei. Auch die Delegierten fühlten sich - nicht zuletzt wegen des Vergnügungsprogrammes - in Österreich sehr wohl. Die ganze Zeit über herrschte sonniges, strahlendes Wetter. Baden-Powell freute sich darüber, fünf Forellen gefischt zu haben, lobte die Schönheit Österreichs und war von der österreichischen Musik begeistert. Natürlich trug zur generellen Zufriedenheit auch die klaglose Organisation der Konferenz bei. Ergebnisse der Konferenz waren:
Einen wichtigen Punkt sprachen sehr viele Pfadfinderführer an, den der Friedenserhaltung. Auch Lord Baden-Powell ging in seiner Schlußrede darauf ein. |