Programmideen
Die Vorschläge müssen natürlich altersgemäß abgewandelt werden und im Schwierigkeitsgrad und in der Herausforderung dem Alter der Kinder angepasst werden.
Reiterfest (WiWö, GuSp)
Die Mongolen sind seit Generationen gute und begeisterte Reiter. Es gibt jedes Jahr ein großes Reiterfest, wo die Jüngsten beweisen, dass auch sie schon hervorragende Reiter sind. Wir veranstalten ein Reiterfest: Die Ringe/Rudel/Patrullen werden Mitglieder der Horde und bekommen ein farbiges Band als Mitglieder der roten, der blauen, der grünen Horde. Zum Beginn des Festes wird getrommelt und getanzt. Dann wird, ganz wie bei einem echten mongolischen Fest, ein Erzähler auftreten und mit den Zeilen aus dem großen Heldenepos der Mongolen das Fest starten:
"Kam aus dem Heere des Nangdumlu Khan das von Schimur gerittene schwarze Ross. Mutwillig ließ er sein Ross ein-, zweimal aufstampfen und ausschlagen. So kam er und sprach: Reiten wollen wir wie die Helden und feiern, dass wir beisammen sind."
Anschließend beginnen die verschiedenen Wettbewerbe.
Kamelrennen
Davon gibt es einige Varianten, es sollten aber immer zwei Personen unter einer Decke das Kamel darstellen (einer steht, der andere stützt sich mit den Armen auf die Schultern seines Vordermannes). Erschwernis: Über den Kopf des Kamels wird eine Decke geworfen, so ist es blind und muss von einem Kameltreiber mit Zurufen oder Ziehen am Zügel gelenkt werden. Entweder Zeit stoppen oder je zwei oder drei Kamele nebeneinander laufen lassen.
Ringe stechen
Zwei Kinder stehen eng nebeneinander, sie geben sich die Hand und halten die Hände in die Höhe als Stütze für den Reiter. Dahinter halten sich zwei Kinder an der Taille der stehenden Kinder. Der Reiter klettert auf den Rücken. Mit einer Hand hält er sich an den Händen fest, in die andere Hand bekommt er einen Stab, mit dem er die Ringe, die entlang der Rennstrecke aufgehängt sind, aufnehmen muss. Es zählt sowohl die Treffsicherheit, als auch die Geschwindigkeit.
Polo
Die Mongolen spielen auch so eine Art Polo, wie viele gute Reitervölker. Wir spielen einfach ein Turnier mit Besen und Putzfetzen. Zwei Mannschaften: Das "Ross" nimmt den "Reiter" Huckepack. Der Reiter bekommt einen Besen und versucht, mit seiner Mannschaft den Fetzen ins gegnerische Tor zu bekommen. Wichtige Regeln: Kein Bodycheck, kein erhobener Stock und ein guter Schiedsrichter, der die Beachtung der Regeln einfordert.
Das Fest klingt aus bei einem gemeinsamen Tee und einer Erzählung ...
Die Geschichte vom weinenden Kamel
Einst schenkte Gott dem Kamel ein Geweih für seine Gutmütigkeit. Eines Tages kam ein listiger Hirsch und bat das Kamel, ihm das Geweih zu leihen. Er wollte sich damit für ein Fest schmücken. Das Kamel vertraute dem Hirsch und gab ihm sein Geweih. Aber der Hirsch brachte das Geweih nie zurück. Seither halten die Kamele am Horizont Ausschau nach dem Hirsch - und sie warten noch immer auf seine Rückkehr ...
Die Ballade vom Blauwolf
Auf der Steppe bin ich geboren
Ich, der Blauwolf hab vom Vieh der
Menschen geraubt und gefressen
Ging in meine Höhle zurück und
Dachte im Gehen; will doch gleich hier
in der Steppe schlafen!
Mit dem Bannerfürsten an der Spitz
Der gefolgt war von vielen Männern aus
dem ganzen Banner,
Die auf ihren schnellen, guten Pferden ritten,
Kamen sie wie der Wirbelwind herangefegt.
Ist die Hölle der Ort um hinzufliehen?
Aber was kann ich noch hier tun?
Dort in der Ferne der Berge im Norden,
Hier ist viel Steppe dazwischen.
Wie ich so umherspähe,
Kommen sie auch schon, um mich zu fangen.
Dieser Morgen hat keinen Abend.
Auch wenn der Himmel mich beklagt, es ist zu spät.
Obzwar ich viel Gedanken dachte,
Weiß ich keine List mehr, um nun zu entfliehen.
Diese Ballade ist in der Sprache fremd für unsere Lesegewohnheiten. Aber Mongolen lieben ihre alten Balladen und Sagen, die auch noch heute gerne in den Zelten gesungen, erzählt werden. Bei uns muss die Stimmung dazu passen. Am Abend, bei Kerzenlicht, am Lagerfeuer, in der Jurte. Da kann dann so eine Ballade der Anlass sein, oder das Ende von einer Plauderei über das Leben als Nomade in der Steppe, wo kalte Winter den Herden zusetzen und in solchen Wintern auch die Wölfe sich an den Herden vergreifen.
Haus backen (WiWö, GuSp)
Rezepte dazu (Weihnachtshäuschen) gibt es in jedem Kochbuch. Die Häuschen kann man dann beim Pfarrkaffee verkaufen.
Hütte bauen aus Abfallmaterial (WiWö, GuSp)
Kartons sammeln und daraus Hütten bauen (eventuell Rundhütten, oder auch viereckige Hütten), Fenster und Türe frei lassen. Die Hütte soll so hoch sein, wie die Kinder groß sind. Als Dachstuhl Stöcke oder Leisten verwenden und Wellpappe darüberlegen; die ganze Konstruktion eventuell mit Schnüren oder Klebeband fixieren; innen mit Decken und Polstern auskleiden; "Vorhänge" vor den Fenstern wären was ganz Besonderes! Das ist ein schöner Platz um Geschichten zu hören ... von der Mongolei ... von unserem Projekt ... spinnen wir den Faden weiter und planen wir die nächste Aktion!
Rundhütten als Geschenkdosen (WiWö, GuSp)
Dosen mit Deckel sammeln, starkes Papier, eventuell Strohhalme oder kleine Zweige, Klebstoff; auf den Dosendeckel einen Kegel als Dach aufkleben, das angemalt (Ziegeln) oder auch mit Stroh oder kleinen Zweigen "gedeckt" werden kann. Die Dose selbst wird mit Papier verkleidet, auf das wir Fenster und Eingangstüre zeichnen, die Türe kann man teilweise aufschneiden, so dass sie sich öffnen lässt. Jetzt sollten wir nur mehr kleine Kekse backen und damit die Dosen füllen ... ein schönes Mitbringsel vom Ostermarkt!
Wettbewerb im Zeltaufstellen (WiWö, GuSp)
Mongolen sind viel unterwegs, daher werden die Zelte oft abgebrochen und wieder aufgestellt. Pro Patrulle ein Zelt, das so schnell als möglich aufgestellt werden soll.
Kartenhäuser bauen (WiWö, GuSp)
Alle, die glauben es zu können, versuchen mit einem Kartenspiel oder Bierdeckeln ein Haus zu bauen. Die interessierten Zuschauer werden gebeten, für die "Häuslbauer" Spielkarten zu kaufen (10 Cent pro Karte? Oder mehr? ) und so unser "Hausbaukonto" zu vermehren. Man kann natürlich auch darauf wetten, wer das größte Haus zusammenbringt, ohne dass es umfällt.
Ein mongolisches Wochenende mit der Jurte (GuSp, CaEx)
Ein Wochenendlager, das dem Thema "Helfen mit Herz und Hand" gewidmet ist. Der Trupp, die Patrulle, lebt in der Jurte, die am ehesten den mongolischen Zelten nahe kommt. Für den Speiseplan gibt es am Besten ein Kesselgulasch, Nudelsuppe, Spieße, Tee, Joghurt.
Einige Worte aus dem Mongolischen sind Pflicht an diesem Wochenende:
"Sain uu!": Hallo!
"Sonin yutai ve?": Was gibt es Neues?
"Batbayar bagsh" ist der Leiter, die Leiterin (Lehrer)
Als Unterhaltungsprogramm kann das Reiterfest (siehe oben) herangezogen werden.
Wenn ihr verantwortlich wärt, wie würde dann das Pfadfinderhaus gebaut werden. Dazu Modellzeichnungen machen.
Gesprächsrunde zum Thema "Straßenkinder" oder "Was mir bei den PfadfinderInnen gefällt und wieso es gut ist, wenn es jetzt auch in der Mongolei Pfadfinder gibt".
Weitere Programmideen für CaEx und RaRo
- Internetrecherche zum Thema Mongolei
- Internetrecherche zum Thema Pfadfinder in der Mongolei
- Gibt es Mongolen bei den Asylanten und wie können wir mit ihnen Kontakt aufnehmen?
- Einladen von Mongolen ins Heim
- Gestaltung eines Kinderfestes für Asylanten, bei dem das Programm so gestaltet wird, dass alle viel von der anderen Kultur erfahren.
- Gegenseitige Informationen und Austausch
