Helfen mit Herz und Hand 2006: Ein Pfadfinderhaus in Ulan Bator

von Monika Fabjan am 2.4.2006
Der junge Pfadfinderverband der Mongolei benötigt ein Haus, das als Kommunikationszentrale, Ausbildungszentrum und Zufluchtsstätte für Straßenkinder der Hauptstadt zur Verfügung steht.
Helfen mit Herz und Hand 2006: Ein Pfadfinderhaus in Ulan Bator

Wo liegt Ulan Bator? Eine gute Frage für eine Quiz-Show! Ulan Bator ist die Hauptstadt der Mongolei. Noch vor 15 Jahren war in der kommunistischen Volksrepublik nicht daran zu denken, dass es dort einmal Pfadfinder und Pfadfinderinnen geben könnte. Nach den politischen Umbrüchen zu Beginn der 1990er Jahre und den ersten freien Wahlen wurde in der Mongolei der Pfadfinderverband "Mongoliyn Skautiyn Holboo" gegründet, der mittlerweile seit 1994 Vollmitglied des Weltverbandes WOSM ist.

Foto: Tine Aufschnaiter

Für einen neuen Verband ist es nicht einfach, eine gute Organisation aufzubauen. Eine große Hilfe dazu ist ein funktionierendes Büro, ein Treffpunkt für LeiterInnen mit Büromaterial und der Möglichkeit zur Kommunikation. Ein neuer Verband muss ganz besonders auf die Leiterausbildung achten, denn ohne ausgebildete Erwachsene gibt es auch keine Heimstunden für Kinder, gibt es niemanden, der die Pfadfinderidee weiterverbreitet. Wenn es Pfadfinder geben soll, dann brauchen sie einen Ort, an dem sie sich treffen können, wo sich Gruppen zu Hause fühlen können, wo es Platz gibt für Spiele, für gemeinsames Lernen, wo es Platz gibt sich zu entfalten.

Foto Tine Aufschnaiter

Deshalb soll nun für den Pfadfinderverband "Mongoliyn Skautiyn Holboo" ein Haus errichtet werden. Die mongolischen Pfadfinder wollen mit dem Haus gleich mehrere Fliegen auf einen Schlag treffen: Es soll das Hauptquartier der Pfadfinder werden, für Schulungen der LeiterInnen dienen und ein Heim für Pfadfinder sein. Darüber hinaus ist es als Zufluchtsstätte für die Straßenkinder der Hauptstadt gedacht.

Zufluchtsstätte für Straßenkinder

Die mongolische Gesellschaft ist an sich nomadisch. Familien ziehen mit ihren großen Herden durch die Steppe. Sie leben in Jurten, die sie ganz einfach mitnehmen können, wenn es wieder einmal notwendig ist, weiter zu ziehen.

Die Hauptstadt Ulan Bator ist eine rasch wachsende Metropole. Viele ziehen dort hin, um ihr Glück auf andere Art zu versuchen, als sie es bisher gewohnt waren. Es gibt zu wenige Häuser und so leben die Leute noch immer in Jurten, aber auf viel zu engem Platz, was große hygienische Probleme mit sich bringt. Immer wieder kommen aber auch Kinder und Jugendliche alleine in die Stadt, um dort eine Zukunftsperspektive zu finden - allein gelassene Kinder, die ihre Eltern auf die eine oder andere Art verloren haben.

Diese Kinder hungern, haben keine Ausbildung, sind vielfach kriminell. Diesen Kindern eine Chance zu geben, das sehen die mongolischen Pfadfinder als ihre Herausforderung. Sie schauen noch durch das Fenster und blicken nicht in den Spiegel. Aber sie sind ein neuer Verband in einer armen Gesellschaft und das bedeutet, dass sie selbst auch zu wenig Geld haben.

Die Regierung hat den mongolischen Pfadfindern ein Grundstück zu Verfügung gestellt. Bauen müssen sie es selbst, und daher brauchen sie für den Ankauf der Baumaterialien Hilfe von außen. Sie haben bei den verschiedenen Verbänden um Unterstützung gebeten. Der Bundesrat der PPÖ, in dem die Bundesleitung und die Landesleitungen vertreten sind, hat sich dafür entschieden, dieses Projekt im Rahmen von "Helfen mit Herz und Hand 2006" zu unterstützen.

Spendenkonto

Eure Spenden überweist bitte auf das Konto:

Erste Bank "Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs"
Kontonummer: 75582
Bankleitzahl: 20111
Verwendungszweck: "Ein Pfadfinderhaus in Ulan Bator"