PfadfinderInnen für Vielfalt

von Paul Lampl (Gruppe Völs)
Die Bundestagung der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs (PPÖ), die im Oktober 2008 in Innsbruck stattfand, setzte sich mit brennenden Fragen der Kinder- und Jugendwelt auseinander.
PfadfinderInnen für Vielfalt

In einer Resolution fordern die PPÖ "Vielfalt als Chance in einer modernen Gesellschaft" zu sehen, da diese tägliche Lebenswirklichkeit der PfadfinderInnen ist. Vielfalt als Synonym für Pluralität in der heutigen Gesellschaft. Die PfadfinderInnen weichen daher niemandem aus, sondern begegnen Menschen verschiedenster Herkunft, unterschiedlicher Religion, divergierender körperlicher und geistiger Fähigkeiten, bestimmter sexueller Orientierung, unterschiedlichen Alters und sozialer Herkunft. Auch soziale Dimensionen wie Bildung, Berufschancen, Einkommen, Wohnort und ethnische Zugehörigkeit müssen beachtet werden.

Forderungen

Die PPÖ sehen Vielfalt als Herausforderung an, Kinder und Jugendliche zu Frieden und Demokratiefähigkeit zu erziehen. Seit über 100 Jahren wird Chancengleichheit im Umfeld der PfadfinderInnenarbeit gepflegt, auch wenn in unserer Gesellschaft Diskriminierungen in vielen Ausprägungen vorkommen und ein friedvolles Miteinander stören. Als moderne Kinder- und Jugendorganisation fordern sie die EntscheidungsträgerInnen, PolitikerInnen und den Gesetzgeber in Österreich auf, sich für die Chancengleichheit aller Menschen verstärkt einzusetzen.

Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs für ...

Die PPÖ setzen sich ein für Zivilcourage, partnerschaftlichen Umgang, freie Ausübung des Glaubens, Kinderrechte, interkulturelles Bewusstsein, Minderheitenrechte, demokratisches Miteinander, sensible Berichterstattung zum Thema Vielfalt und die Anerkennung der Vielfalt als Chance für die Gesellschaft.

Partizipation als Schlüssel

Junge Menschen sind oftmals von mehrfacher Diskriminierung betroffen. Die PPÖ rufen dazu auf, die Vielfalt unter Kindern und Jugendlichen anzuerkennen und den Dialog im Sinne der Friedenserziehung zu fördern. Darum müssen alle jungen Menschen aktiv in gesellschaftliche Gestaltungsprozesse einbezogen werden. Umfassende Teilhabe ist der Schlüssel für gesellschaftliche Integration.

Beim Empfang des Präsidiums der Tiroler PfadfinderInnen im Gemeinderatssaal der Landeshauptstadt konnte Präsidentin Christine Kronlechner die Vertreterin von Stadt und Land, Univ. Prof.in Dr.in Patricia Moser und Alt-Bgm. Helmut Kopp, sowie den Präsidenten der PPÖ, Mag. Christian Letz, begrüßen.
Frau Kronlechner betonte, dass die PPÖ den Kindern und Jugendlichen einen Lebensraum bieten, aus dem sie Motivation, sowie zeitgemäße Identifikationselemente schöpfen können. Mitglieder der PPÖ sind ein selbstbewusster Teil dieser Bewegung und begründen dies altersgemäß entlang des Leitbildes.
Frau Stadträtin Dr.in Moser drückte im Grußwort ihre Begeisterung für die Pfadfinderbewegung aus und dankte, dass sich über 70 LeiterInnen aus ganz Österreich in Innsbruck für ihre zukunftsweisende Tagung ausgesucht haben.
Alt-Bgm. Helmut Kopp erinnerte daran, dass die Tiroler Pfadfinder und Pfadfinderinnen "Friedensbotschafter" der Friedensglocke der ARGE Alp in Mösern sind. Dies ist eine Aufgabe und Auftrag zugleich. Als ehemaliger Pfadfinder fühlt er sich dieser Bewegung sehr verbunden und wünschte der Tagung großen Erfolg.